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Grosser Rat Kanton St.Gallen
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Juni-Session:
Die Parteien informieren |
Juni-Session: FDP im Präsidium, SVP stellt Vize
Walter Locher (FDP) wurde zum Höchsten St. Galler gewählt,
Karl Güntzel (SVP) ist Vizepräsident. Trotz besserem Rechnungsabschluss hat die
FDP Sorge um die Finanzlage des Kantons. Auch die SVP sieht düstere Finanzaussichten.
Die SP kritisiert die Diskussionsverweigerung von
SVP, FDP und CVP zur Spitalstrategie 2012. S-Bahn 2013, Bürgerrechtsgesetz,
Standortförderungsprogramm und Stromversorgungsgesetz tragen die klare Handschrift
der CVP. |
CVP setzt Signale für KMU-freundliche Sachpolitik
Die CVP-Fraktion blickt auf
eine erfolgreiche Junisession zurück. Die Vorlagen bieten
nachhaltige Lösungen im besten Sinne von Wirtschaft und Bevölkerung. Auch mit verschiedenen
Vorstössen vermochte die CVP vielbeachtete Signale zu setzen – zugunsten von dezentraler
Aufgabenerfüllung und zeitgemässer Alterspolitik.
Die
CVP-Fraktion zeigt sich zufrieden mit der Junisession. Sie
vermochte mit überzeugender Sachpolitik im Sinne der bürgerlichen Mitte wegweisende
Akzente zu setzen und Mehrheiten zu finden.
Ausgabenwachstum
reduzieren
Finanzchef Martin Gehrer konnte eine Staatsrechnung
2009 präsentieren, die markante Besserstellungen gegenüber dem Budget aufweist.
Die finanziellen Perspektiven sind allerdings weniger rosig. Damit das Eigenkapital
von 1.25 Mia. Franken nicht innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht wird, sind Massnahmen
gefordert. Die CVP-Fraktion steht voll hinter der transparenten und nachhaltigen
Finanzpolitik von Finanzchef Gehrer. Gefordert sind nun eine mutige Verzichtsplanung,
die Plafonierung des Personalaufwands und die konsequente Priorisierung der Investitionsvorhaben.
Die Departemente müssen den Tatbeweis erbringen, dass sie ihr Ausgabenwachstum rasch
in den Griff bekommen.
Kontroverse Einbürgerungsfragen
überzeugend gelöst
Bei der heiss diskutierten Einbürgerungsthematik
hat die CVP-Fraktion bewiesen, dass sie kontroverse Probleme überzeugend zu lösen
weiss. Das neue Bürgerrechtsgesetz geht auf einen Vorstoss der CVP zurück. Die CVP-Linie
setzte sich nun auch bei der Gesetzgebung durch. Die CVP fand Mehrheiten für ein
Gesetz mit klaren Einbürgerungsbedingungen und rechtsstaatlich wie demokratisch
einwandfreien Verfahren. Die Polemik der SP in dieser Frage ist nicht nachvollziehbar.
Quantensprung
für den Regionalverkehr
In der zweiten Lesung blieb die S-Bahn 2013 unbestritten.
Dass diese eminent wichtige Vorlage integral ins Trockene gebracht werden konnte,
ist eine grosse Leistung von Volkswirtschaftsdirektor Josef Keller. Dank seiner
Hartnäckigkeit, Geduld und Umsicht gelang ihm ein eigentlicher Quantensprung für
den Regionalverkehr im Kanton St.Gallen.
Einsatz für KMU-freundlichen Gesetzesvollzug
Die Standortförderung des Kantons St.Gallen ist
schon bisher ein Erfolgsmodell. Auch die neue Strategie überzeugte die CVP-Fraktion
ebenso wie den ganzen Rat. Ein Dauerthema der CVP ist die KMU-Verträglichkeit von
Gesetzen und deren Vollzug. In Gewerbe und Industrie hat dieses Thema grosse Brisanz
und Aktualität. Die CVP-Fraktion stellte deshalb erfolgreich Antrag, dass die Regierung
für eine KMU-freundliche Vollzugspraxis bei der Anwendung von Vorschriften rund
um das Bauen sorgt (öffentliches Baurecht, Feuerschutz, Lärmschutz usw.) und die
bestehenden Spielräume ausschöpft. Dies ist im ureigenen Interesse des Standorts
St.Gallen. Die Fundamentalopposition der SP blendet die konkreten Probleme der vielen
KMU im Kanton St.Gallen völlig aus. Der CVP-Antrag fusste auf praxisorientierter
Sachpolitik.
Solidarität zwischen Stadt und Land
Auch beim Stromversorgungsgesetz setzte sich
die CVP-Fraktion auf der ganzen Linie durch. Es gelang ihr, in Ablehnung eines FDP-Antrags
Rechtssicherheit für die Hauseigentümer bei der Finanzierung der Anschlusskosten
zu schaffen. Die CVP-Fraktion setzte sich damit wirksam für die Solidarität zwischen
Stadt und Land ein. Zudem verhinderte ein CVP-Antrag, dass die Elektrizitätsunternehmen
im Kanton über Gebühr belastet werden mit Verpflichtungen zum sog. Contracting.
Ausserdem muss die Regierung bei der Ausarbeitung des Leistungsauftrags zwingend
die Elektrizitätswirtschaft anhören.
Ganzheitliche Steuerung statt Gärtchendenken
Die Neuordnung der Pflegefinanzierung hat
deutlich gemacht, dass die kantonalen Zuständigkeiten und Strukturen in der Alterspolitik
grundlegend anzupassen sind. Die historisch bedingte organisatorische Zersplitterung
zwischen Departement des Innern und Gesundheitsdepartement ist überholt. Die CVP
fordert eine ganzheitliche Steuerung, die im gleichen Departement angesiedelt ist
– wie das im Übrigen bereits das Altersleitbild von 1996 forderte.
Bürgerfreundlichkeit bei den neuen Identitätskarten
Eine im Sinne der Subsidiarität möglichst
dezentrale Erfüllung der Staatsaufgaben ist seit jeher ein Kernanliegen der CVP.
Aus diesem Grund beauftragt die CVP-Fraktion die Regierung zu prüfen, ob die Identitätskarten
im Sinne von Bürgerfreundlichkeit und Servicequalität nicht auch künftig von den
Gemeinden ausgegeben werden können.
Ausfälle wegen fehlendem Inkasso im Ausland stoppen
Die heutige gesetzliche Grundlage über Inkassohilfe und Bevorschussung
von elterlichen Unterhaltsbeiträgen erachtet die CVP-Fraktion
als unbefriedigend. Schwierigkeiten ergeben sich insbesondere dann, wenn ein unterhaltspflichtiger
Elternteil im Ausland wohnhaft ist. Dies erschwert oder verunmöglicht in zahlreichen
Fällen die Umsetzung von Inkassomassnahmen. Die Ausfälle müssen dann von den politischen
Gemeinden und letztlich vom Steuerzahler getragen werden. Die CVP-Fraktion will
hier eingreifen.
Kindersitzpflicht schiesst über Ziel hinaus
Die seit April 2010 bestehende Kindersitzpflicht ist nach Ansicht
der CVP-Fraktion unverhältnismässig. Die Vorschrift ist sowohl
für Familien als auch für Vereine und andere Organisationen wenig praktikabel und
in dieser Form unverhältnismässig. Zudem ist die erweiterte Kindersitzpflicht mit
erheblichen Kosten verbunden. Aus diesem Grund fordert die CVP-Fraktion mittels
Interpellation von der Regierung, sich für eine Lockerung der Kindersitzpflicht
einzusetzen.
Walter Engeler neu im Verwaltungsgericht
Sehr erfreut zeigte
sich die CVP-Fraktion über die Wahl von Dr. Walter Engeler aus Bütschwil zum Ersatzmitglied
des Verwaltungsgerichts. Walter Engeler ist ein bestens qualifizierter Kandidat
mit hervorragenden Referenzen. Er macht der CVP-Forderung nach einer qualitativ
hochstehenden St.Galler Justiz alle Ehre.
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FDP: Walter Locher
ist „höchster St.Galler“
In der Junisession wurde Walter Locher als neuer Kantonsratspräsidenten
gewählt. Die FDP-Fraktion ist erfreut über die glanzvolle Wahl ihres Vizefraktionspräsidenten
zum „höchsten St.Galler“ und wünscht ihm alles Gute und viel Erfolg im neuen, ehrenvollen
Amt. Zu reden gab während der Session unter anderem die Staatsrechnung 2009: Das
weniger schlechte Abschneiden bei der Kantonsrechnung darf nicht über die schwierige
Finanzlage hinwegtäuschen.
Der Kantonsrat wählte am Montag den 55-jährigen Rechtsanwalt
und FDP-Kantonsrat Walter Locher mit 102 von 110 gültigen Stimmen glanzvoll zu seinem
neuen Präsidenten. Walter Locher ist damit für ein Jahr der höchste St.Galler und
wird in dieser Funktion viele Repräsentationsaufgaben für den Kanton wahrnehmen.
Für den FDP-Politiker ist es in dem Jahr erklärtes Ziel, die Aufgabe und Bedeutung
des Parlamentes als direkte Vertretung des Volkes vermehrt bewusst zu machen. Der
Kantonsrat ist es schliesslich, der die längerfristige Strategie des Kantons St.Gallen
bestimmt.
Walter Locher wird – was er bereits als Kantonsratsvizepräsident bewiesen hat –
den Kantonsrat zweifellos souverän leiten und so für einen ruhigen und effizienten
Ratsbetrieb sorgen. Walter Locher vertritt die FDP seit 2003 im Kantonsrat, ist
Vizefraktionspräsident der FDP-Fraktion und wohnt in der Stadt St.Gallen. Die FDP-Fraktion
gratuliert Walter Locher herzlich zur Wahl und wünscht ihm viel Erfolg und alles
Gute im neuen, ehrenvollen Amt.
Massives Ausgabenwachstum
stoppen
Die Staatsrechnung des Kantons
St.Gallen schloss zwar besser ab als budgetiert. Dennoch täuscht der buchhalterische
Gewinn von 57 Mio. Franken, da im Gegenzug 51 Mio. Franken aus dem Eigenkapital
bezogen wurden – faktisch liegt eine schwarze Null vor. Bisher ist der Kanton damit
mit einem blauen Auge durch die Wirtschaftskrise gekommen. Der Aufgaben- und Finanzplan
zeigte aber, dass die schlechte Konjunktur in diesem und den kommenden Jahren viel
gravierendere Spuren hinterlassen wird.
Die Verzichtsplanung
ist und bleibt zwingend. Denn die Rechnung zeigt, dass der Kanton weniger ein Einnahmen-
als ein Ausgabenproblem hat: Während das Wirtschaftswachstum im letzten Jahr negativ
war, erhöhte sich das bereinigte Ausgabenwachstum des Kantons um über 4 Prozent.
Diese enorme Steigerungsrate muss aus Sicht der FDP mit der Verzichtplanung gestoppt
werden. Wären die Kantonsausgaben im vergangenen Jahr stabil
geblieben, wären rund 125 Mio. Franken weniger ausgegeben worden – zwei Drittel
der im Ausgaben- und Finanzplan angestrebten Einsparung von 180 Mio. Franken hätten
bereits realisiert werden können.
Aufnahmeprüfung
an Mittelschulen nicht abschaffen
Wie die FDP erfahren hat, spielt das Bildungsdepartement
offenbar mit dem Gedanken, die Aufnahmeprüfung an die Mittelschulen
abzuschaffen. Auch wenn diese Aufnahmeprüfungen zweifellos verbesserungsfähig sind,
ist für die FDP eine Abschaffung der völlig falsche Weg. Es kann nicht das Ziel
sein, möglichst viele Jugendliche in eine gymnasiale Ausbildung zu schicken. Jugendliche
sollten vielmehr entsprechend ihren Eignungen und Neigungen weiterführende Schulen
besuchen.
Eine Aufnahmeprüfung bietet Gewähr für eine objektive und sinnvolle Auswahl. Zudem
ist eine Prüfung auch didaktisch sinnvoll: Sie erfordert von den angehenden Mittelschülern
ein gewisses Mass an freiwilliger Eigenleistung und Selbstdisziplin – etwas das
in Hinblick auf ein späteres Studium wichtig ist.
Mit einer in der Junisession eingereichten Interpellation stellt die FDP-Fraktion
der Regierung deshalb Fragen zum Aufnahmeverfahren an die Mittelschulen und zum
Vorschlag des Bildungsdepartementes, die Aufnahmeprüfung abzuschaffen.
Fragwürdiges
Sponsoring
Ein weiterer FDP-Vorstoss betrifft den Rettungsdienst während
des eidgenössischen Musikfests 2011 in der Stadt St.Gallen: Zur Abdeckung des Rettungsdienstes
holte die Stadtpolizei St.Gallen Offerten ein beim öffentlichen Rettungsdienst des
Kantonsspitals sowie beim privaten Rettungsdienst, der in St.Gallen domiziliert ist. Da Letzterer deutlich günstiger offerierte, schlug die
Stadtpolizei den privaten Anbieter vor.
Trotzdem ging der Auftrag an den öffentlichen Rettungsdienst des Kantonsspitals.
Der Grund für diesen Entscheid sei ein Sponsoring durch das Gesundheitsdepartement.
Die FDP erachtet ein solches Vorgehen als fragwürdig und findet es stossend, dass
auf diese Weise private Anbieter benachteiligt werden. Die FDP möchte deshalb von
der Regierung unter anderem wissen, ob dieser Sachverhalt tatsächlich zutrifft und
wenn ja, wie hoch das Sponsoring ist und unter welcher Rechtsgrundlage dieser Entscheid
zustande gekommen ist.
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SP: Für eine ausgewogene Entwicklung der Fachhochschulen
Die SP-Fraktion hat in der Junisession des St.Galler Kantonsrates zwei Vorstösse
eingereicht, um damit die Diskussion über die Zukunft der St.Galler Fachhochschullandschaft
zu lancieren. Die bürgerlichen Parteien disqualifizierten sich indes mit ihrer Taktik
der Diskussionsverweigerung gleich selber.
Die Vorlage „S-Bahn 2013“ wurde vom Kantonsrat in 2. Lesung grossmehrheitlich angenommen.
Die SP-Fraktion freut sich, dass ihr jahrelanger Einsatz für den öffentlichen Verkehr
nun Früchte trägt in Form der Annahme dieser Vorlage.
Unabhängigkeit der Fachhochschulen in Gefahr
Fachhochschulen erfüllen wichtige Aufgaben in der Lehre und auch in der
Forschung. Während Bund und Kantone die Hochschulen finanzieren, gibt es auch Private,
die bestimmte Fachbereiche gezielt fördern. Doch nicht alle Fachhochschulen und
Institute können von Geldern aus der Privatwirtschaft profitieren, was zu einer
Ungleichbehandlung führt.
Im Postulat „Ausgewogene Entwicklungen der st.gallischen Fachhochschulen“ stellt
die SP die Frage, wie die geistige und methodische Unabhängigkeit der Fachhochschulen
gewahrt werden kann und nicht wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund rücken.
Angesichts der finanziellen Anreize im Bereich Wissenstransfer kann die Lehre an
Attraktivität verlieren. Die SP fragt, wie die Balance zwischen Lehre und Forschung
gesichert kann.
Im Hinblick auf das von der SP kritisierte Modell der Erfolgbeteiligung an der Hochschule
Rapperswil verlangt die Sozialdemokratische Fraktion mittels Interpellation zusätzliche
Klärungen. So möchte die SP wissen, ob die Institutsverantwortlichen neben Lehre
und Forschung weitere Nebenbeschäftigungen ausführen und sie dabei Kontakte oder
Ergebnisse aus ihrer Kerntätigkeit (z.B. Patente) nutzen.
Unklare Zukunft für die Jazzschule St.Gallen
Die SP hat dem Überbrückungskredit für die Jazzschule St.Gallen im Rahmen
der Lotteriefondsbeiträge zugestimmt. Doch auf die Frage von SP-Kantonsrätin Maria
Huber, wie es nach drei Jahren mit der Finanzierung er Schule weitergehen soll,
blieb die Regierung wage. „Regierungsrat Kölliker übernimmt leider keine Verantwortung
für die Zukunft der St.Galler Jazzschule“, so Huber. Die SP wird sich für eine langfristige
Lösung für die Jazzschule einsetzen.
Erneuerbare Energien fördern
Das „Einführungsgesetz zur eidgenössischen Stromversorgungsgesetzgebung“
wurde erfreulicherweise dahingehend ergänzt, dass die Regierung in den Leistungsaufträgen
auch die Nutzung von erneuerbaren Energien festschreiben kann. Es ist für die SP
unverständlich, dass Teile von SVP und CVP diese Ergänzung im Rat (glücklicherweise
erfolglos) bekämpften, obwohl die besondere Förderung erneuerbarer Energie im kantonalen
Energiegesetz klar festgeschrieben ist und der Kanton Massnahmen treffen muss, damit
der Endverbrauch an Energie aus Biomasse, Biogas, Sonne, Wind und Geothermie gesteigert
wird.
Hüst und hott bei den Bürgerlichen
Völlig unglaubwürdig machten sich SVP, FDP und CVP bezüglich der Behandlung
ihrer Interpellation „Spitalstrategie 2012“. Noch in der Aprilsession wollten genannte
Parteien die Interpellation noch dringlich einreichen. Aufgrund des Versprechens
der zuständigen Regierungsrätin Hanselmann liegt dem Kantonsrat nun eine sehr ausführliche
Antwort vor. Die Verschiebung der Behandlung der Interpellation durch die Bürgerlichen
ist unverständlich. Anscheinend wissen die Bürgerlichen nicht, was sie wollen in
der Spitalpolitik.
Verberlusconisierung des Kantons St.Gallen
Skandalös ist aus SP-Sicht der CVP-Auftrag im Geschäft „Standortförderung
für die Jahre 2011 bis 2014“ welcher vom Kantonsrat überwiesen wurde. Darin wird
die Regierung beauftragt „in enger Kooperation mit dem KMU-Forum die Ausarbeitung
einer Dienstanweisung zu prüfen“. Der Auftrag beinhaltet die Schaffung einer KMU-freundlichen
Praxis, welche die entsprechenden Spielräume vor allem im Baurecht ausschöpfen soll.
SP-Kantonsrätin Claudia Friedl spricht Klartext: „Die CVP will, dass das KMU-Forum
der Verwaltung die Vollzugspraxis bei Bauvorschriften diktieren kann. So etwas ist
einer Demokratie unwürdig.“
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Speditive Junisession im Sinne der
SVP, Vize-Ratspräsidium für SVP
Die SVP nimmt mit
grosser Freude zur Kenntnis, dass ihr Mitglied, Kantonsrat Karl Güntzel,
Rechtsanwalt, St.Gallen, zum Vizepräsidenten des Kantonsrats für 2010/2011 gewählt
wurde und gratuliert Karl Güntzel herzlich. Damit besetzt die SVP, welche mit Elisabeth
Schnider die Präsidentin des Kantonsrats für die Amtsperiode 2009/2010 stellte,
bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren das Vizepräsidium.
Neue Verwaltungsrichterin
Auf Vorschlag der SVP
wählte der Kantonsrat Silvia Bietenharder-Künzle (Jona) zur ordentlichen
Richterin am Verwaltungsgericht.
Rechnung 2009
Die SVP-Fraktion hat
die St.Galler Staatsrechnung 2009 genehmigt. Diese schliesst mit einem
Überschuss von rund 57 Millionen Franken ab, darin enthalten sind aber Eigenkapitalbezüge
von über 51 Mio. Franken. Die Gründe für die schwarze Null sind aber nicht wirklich
das Verdienst der Regierung. Vielmehr hat der Finanzausgleich innerhalb des Kantons
die Rechnung weniger belastet als erwartet und die Rechnungsergebnisse der Gemeinden
sind besser ausgefallen und die Erträge sowohl aus der direkten Bundessteuer wie
auch der Verrechnungssteuer waren höher als erwartet.
Die finanzpolitischen Aussichten sind
düster, denn die aktuell wirtschaftlich schwierige Lage wird einen
Rückgang der Steuereinnahmen verursachen. Somit wird es zwingend notwendig, dass
die Regierung eine konsequente Verzichtsplanung vornimmt, nicht zuletzt da der Kanton
in Wirklichkeit ein strukturelles Defizit aufweist.
Melioration Linthebene
Die SVP unterstützte
grossmehrheitlich den Beitritt des Kantons zur interkantonalen Vereinbarung zur Melioration der Linthebene. Obwohl man zur vorgesehenen
Finanzierung der Linthebene-Melioration durchaus geteilter Meinung
sein kann, insbesondere aus Sicht der Landwirtschaft, erachtet die Fraktion das
ausgewählte Finanzierungsmodell als akzeptablen Kompromiss.
Asylwesen in einem einzigen Departement
zusammengefasst
Der Kantonsrat stimmte einem parlamentarischen Vorstoss der SVP zu, sämtliche Bereiche,
die sich mit Fragen des Asylwesens beschäftigen, im Sicherheits- und Justizdepartements
(SJD) zu vereinigen. Bisher teilten sich das Departement des Innern und das SJD
diese Aufgaben, was zu unnötigen Doppelspurigkeiten führte.
Verbessertes Bürgerrechtsgesetz
Die SVP-Fraktion unterstützte
auch in zweiter Lesung die Neufassung des kantonalen Bürgerrechtsgesetzes.
Mit der Heraufsetzung der Wohnsitzpflicht im Kanton auf 8 Jahre, davon 4 Jahre ununterbrochen
in der betreffenden politischen Gemeinde sowie der Pflicht zur ausdrücklichen Bekundung
in Bezug auf die Respektierung der schweizerischen Grundwerte soll sichergestellt
werden, dass der Voraussetzung der Integration bei den Einbürgerungskandidatinnen
und -kandidaten vermehrt Nachdruck verliehen wird.
Einführungsgesetz zur Schweizerischen
Straf- und Jugendstrafprozessordnung
Die SVP-Fraktion bedauert, dass der Kantonsrat auf seinen Entscheid zurückgekommen
ist und offenbar auf Druck der Regierung darauf verzichtet, die leitenden Staatsanwälte,
welche die Geschäftsleitung der Staatsanwaltschaft bilden, wählen zu können. Damit
hat sich der Kantonsrat nicht nur selbst geschwächt, sondern Tür und Tor geöffnet
für intransparente Auswahlverfahren.
Parlamentarische Vorstösse der SVP
Die SVP-Fraktion reichte
in der Junisession eine Reihe von Vorstössen ein, darunter Motionen,
welche die Rolle des Kantonsrates bei der Wahl des Verwaltungsrates der St.Gallisch-
Appenzellischen Kraftwerke, der Verwaltungskommission der Gebäudeversicherungsanstalt
und der Sozialversicherungsanstalt stärkt.
Im Weiteren verlangt
die Fraktion mittels Interpellationen Auskunft von der Regierung zur Überlastung
und dem möglichen Ausbau der Oberlandautobahn A53, der Situation von abgewiesenen
Asylsuchenden, welche Nothilfe beziehen und zur Haltung der Regierung bezügilch
der internationalen Zusammenarbeit in Steuersachen. In einem Postulat verlangt die
SVP schliesslich Vorschläge der Regierung, wie sie gedenkt, die stetig zunehmenden
Informatikkosten besser in den Griff zu bekommen.
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Vorbereitung Juni-Session:
Die Parteien informieren |
Im Kantonsrat geht es in der
Juni-Session ums Geld.
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CVP für gesunde Finanzen
und optimierte Investitionen
An ihrer Vorbereitungssitzung in Sargans widmete sich die CVP-Fraktion schwergewichtig
der Kantonsrechnung 2009 und der Standortförderung. Die CVP-Fraktion zeigte sich
dabei zufrieden mit der Arbeit ihrer beiden Regierungsräte. Handlungsbedarf ortet
die CVP bei den Prozessen und Kosten der kantonalen Investitionsvorhaben sowie bei
der KMU-Verträglichkeit des Vollzugs von Vorschriften rund um das Bauen. Die CVP-Fraktion
wird entsprechende Vorstösse einreichen.
Die CVP-Fraktion bedankte
sich bei Regierungspräsident Josef Keller für die stets produktive und verlässliche
Zusammenarbeit mit einem herzlichen Applaus. Die Fraktion freut sich auf die verbleibenden
Monate von Josef Kellers Regierungstätigkeit. Für die Ersatzwahl zeigt sie sich
überzeugt, dass die Bevölkerung einen Staatsmann wie Josef Keller durch eine konstruktive
Kraft mit echtem Leistungsausweis ersetzt haben will.
Eigenkapital-Polster
für schwierige Finanzjahre
Eines
der wichtigsten Sachgeschäfte der Junisession ist die Kantonsrechnung 2009. Die
CVP-Fraktion zeigt sich zufrieden mit der markanten Besserstellung gegenüber dem
Budget. Auch die vom Finanzdepartement geforderte Budgetdisziplin aller Departemente
findet anerkennende Worte. Sorgen bereiten der CVP der nach wie vor zu hohe Ausgabenzuwachs,
gerade auch im Personalbereich, sowie die düsteren Prognosen im kantonalen Haushalt.
Dass mit der von der CVP geprägten Finanzpolitik ein Eigenkapital von ca. 1.25 Mia.
Franken geschaffen werden konnte, erweist sich jetzt als wertvolles Polster für
schwierige Zeiten.
Beim Einführungsgesetz
zur eidgenössischen Stromversorgungsgesetzgebung unterstützt die CVP-Fraktion die
Stossrichtung der Regierung und der vorberatenden Kommission. Bereits in der Vernehmlassung
hatte sich die CVP allerdings kritisch zu den möglichen Inhalten der Leistungsaufträge
für die Netzbetreiber geäussert. Auch jetzt spricht sich die CVP-Fraktion dagegen
aus, dass die Regierung Leistungsaufträge für das Erbringen von Energiedienstleistungen
(sog. Contracting) erlassen kann. Hingegen stimmt die CVP dem Kommissionsantrag
zu, Leistungsaufträge auch für die Nutzung erneuerbarer Energie zuzulassen.
Standortförderung
als Eckpfeiler der CVP-Wirtschaftspolitik
Die
Standortförderung des Kantons St.Gallen ist eine eigentliche Erfolgsgeschichte.
Das Volkswirtschaftsdepartement hat bis anhin die richtigen Schwerpunkte gesetzt
und viel beachtete Erfolge feiern können. Auch die neue Standortförderungsstrategie
mit verstärkten Massnahmen in der Areal- und Immobilienentwicklung und im Wissens-
und Technologietransfer überzeugt die CVP-Fraktion.
Ein Dauerthema der CVP-Fraktion
ist die KMU-freundliche Ausgestaltung von Gesetzen und deren Vollzug. Als beratendes
Gremium für die Regierung kommt dem KMU-Forum in diesem Bereich grosse Bedeutung
zu. Für die CVP-Fraktion ist es deshalb dringlich, dass sich das KMU-Forum dem Thema
„KMU-freundlicher und pragmatischer Vollzug von Vorschriften rund um das Bauen“
weiterhin mit Nachdruck annimmt und dass Regierung und Verwaltung die entsprechenden
Empfehlungen beherzigen. In diesem Bereich schöpfen kantonale Stellen den Ermessensspielraum
häufig nicht im gebotenen Mass aus, was für den Standort St.Gallen nachteilig ist.
Gerade bei der Umnutzung von Industriearealen ist mehr Flexibilität dringend angezeigt.
Prozesse und Kosten
bei Investitionen optimieren
Einen
Vorstoss einreichen wird die CVP-Fraktion zudem zur Verbesserung der Prozesse bei
Investitionsvorhaben im Hoch- und Tiefbau. Die Mitwirkungsmöglichkeiten des Kantonsrats
sind ungenügend und die verwaltungsinternen Prozesse sind zu wenig transparent.
Angesichts der milliardenschweren Investitionen, die der Kanton in den nächsten
Jahren plant, ist die Verbesserung der Prozesse dringend an die Hand zu nehmen.
Walter Engeler für
Verwaltungsgericht nominiert
Für
die Nachfolge von Niklaus Sutter (CVP) als Ersatzmitglied des Verwaltungsgerichts
nominierte die CVP-Fraktion einstimmig Dr.iur. Walter Engeler aus Bütschwil. Der
juristische Sekretär der Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau und Inhaber
mehrerer Lehraufträge an Universitäten und weiteren Schulen verfügt über einen grossen
beruflichen Leistungsausweis und über hervorragende Referenzen. Eine Dissertation
im Baurecht rundet sein Profil ab.
Weitere Geschäfte
unbestritten
Das
Statistikgesetz sowie das Gesetz über den Vollzug der wirtschaftlichen Landesversorgung
sind für die CVP unbestritten.
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Geld darf nicht einziger Motivator sein
Die SP-Kantonsratsfraktion hat die Geschäfte der Juni-Session beraten. Die Fraktion
kritisiert, dass die Bürgerlichen trotz der erfreulichen Besserstellung der Rechnung
2009 an weiteren Sparpaketen festhalten. Mit einem Postulat setzt sich die SP dafür
ein, dass die Lehre an der Fachhochschule Rapperswil nicht zu Lasten der Forschung
abgewertet wird.
Der Kanton St.Gallen hat ein Einnahmeproblem
Die Rechnung 2009 des Kantons schliesst um 85 Millionen Franken besser
als budgetiert. Die Verbesserungen sind erfreulich, können aber nicht über die negative
Entwicklung auf der Einnahmeseite hinwegtäuschen. Das Ausgabenwachstum ist nachvollziehbar
belegt durch die Übernahme von neuen Aufgaben und Lasten durch den Kanton.
Leider wurde einmal mehr der Kredit für die Prämienverbilligungen nicht ausgeschöpft.
Für die SP ist es inakzeptabel, dass 7.3 Millionen Franken nicht an die Bevölkerung
ausbezahlt wurden. Dass die bürgerlichen Parteien trotz der verbesserten Ausgangslage
an ihrem unverantwortlichen Sparkurs festhalten und die Leistungen des Kantons herunterfahren
wollen, ist für die SP nicht nachvollziehbar. Die Finanzlage des Kantons ist weit
besser, als man uns weiss machen will. Dass 30.8 Millionen Franken aus dem besonderen
Eigenkapital in das freie Eigenkapital wechseln sollen, um damit gleich nochmals
Steuersenkungen zu finanzieren ist für die SP unhaltbar.
Ja zum Standortförderprogramm
Die SP unterstützt den Nachtrag zum Standortförderungsgesetz, obwohl dem
Prinzip der Nachhaltigen Entwicklung leider keinerlei Beachtung geschenkt wird.
SP-Kantonsrätin Claudia Friedl: „Leider steht das Kapital im Vordergrund und nicht
der Mensch und seine Arbeitskraft. Auch der Erhalt von bestehenden Arbeitsplätzen
muss eine hohe Priorität haben, ansonsten ist die Standortförderung wenig nachhaltig.“
Ebenfalls Ja sagt die SP zum zur „interkantonalen Vereinbarung über die computerunterstützte
Zusammenarbeit der Kantone bei der Aufklärung von Gewaltdelikten“, wie auch zum
„Statistikgesetz“.
Das „Einführungsgesetz zur eidgenössischen Stromversorgungsgesetzgebung“ wurde in
der Kommission auf Antrag der SP dahingehend ergänzt, dass die Regierung in den
Leistungsaufträgen auch die Nutzung von erneuerbaren Energien festschreiben kann.
Gemäss Kommissionspräsident und SP-Kantonsrat Felix Gemperle ist es wichtig, dass
das Energiekonzept des Kantons St.Gallen auch hier seine Umsetzung findet.
Rapperswil – Lehre darf nicht abgewertet werden
Die Bonizahlungen an der Hochschule Rapperswil machen weitere Massnahmen
nötig. Wie die Regierung mitgeteilt hat, erhalten Professoren Erfolgsbeteiligungen
bis zu 50'000 Franken, dies bei Jahreslöhnen von bis zu 200'000 Franken. Die Regierung
spricht beim Rapperswiler-Modell von einer Erfolgsgeschichte und gibt damit Begehrlichkeiten
anderer Institute oder Verwaltungsabteilungen Auftrieb. Die SP kritisiert, dass
die Motivation nur noch über finanzielle Anreize funktionieren soll.
Störend ist ausserdem, dass lange nicht alle Fachhochschulen und Institute die Möglichkeit
haben, zusätzliches Geld aus der Wirtschaft zu generieren. Die SP sieht hier eine
krasse Ungleichbehandlung und wird die Regierung mittels Postulat auffordern, dieses
Modell zu überdenken. „An den Fachhochschulen darf die Lehre nicht zulasten der
Forschung abgewertet werden“, so Fraktionspräsidentin Barbara Gysi.
Altenburger neues Mitglied des Präsidiums
Die SP-Fraktion nominiert Ludwig Altenburger aus Buchs als 3. Stimmenzähler
für die kommende Amtsdauer und freut sich, das Präsidium mit einem kompetenten und
erfahrenden Kantonsrat zu verstärken.
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Karl Güntzel als Vizepräsident des
Kantonsrats nominiert
Die SVP-Fraktion
hat ihr Fraktionsmitglied, den St.Galler Anwalt Karl Güntzel, als Vize-Präsidenten
des Kantonsrats für die Amtsperiode 2010/2011 nominiert. Die Wahl findet an der
Junisession statt.
Trübe Aussichten trotz Überschuss bei der Staatsrechnung
Die SVP-Fraktion hat
die Rechnung 2009 zur Kenntnis genommen. Trotz positivem Rechnungsabschluss und
einem Überschuss von rund 57 Millionen Franken sieht sich der Kanton mit grossen
finanziellen Herausforderungen konfrontiert.
Wie auch der bestehende Finanz- und Ausgabenplans
zeigt, ist der Kanton mit einem strukturellen Defizit konfrontiert, denn das Ausgabenwachstum
liegt deutlich über der Wachstumsrate der Wirtschaft. Es ist daher unvermeidlich,
dass die Regierung die geplante Verzichtsplanung einleitet.
Motionen zur Stärkung des Kantonsrates
Die SVP wird eine Reihe
von Motionen einreichen, die zum Ziel haben, die Kompetenzen des Kantonsrates zu
erweitern. Zu diesem Zweck sollen die Mitglieder des Verwaltungsrats der St.Galler
Kantonalbank, die st.gallischen Mitglieder der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke
AG, die Mitglieder der Verwaltungskommission der Gebäudeversicherungsanstalt und
der Sozialversicherungsanstalt nicht mehr von der Regierung, sondern vom Kantonsrat
gewählt bzw. vorgeschlagen werden.
Umstrittenes Statistikgesetz
Die Fraktion debattierte
intensiv über das von der Regierung vorgelegte Statistikgesetz, wobei dessen Notwendigkeit
in Frage gestellt wurde. Insbesondere die Möglichkeit zur Bussenverfügung in bestimmten
Fällen, welche die Auskunftspflicht betreffen, waren umstritten und die Fraktion
wird sich vorbehalten, bei der Beratung im Kantonsrat Änderungsanträge einzureichen.
Wahl an das Verwaltungsgericht
Die SVP hat erstmals
eine Nomination für einen Sitz am Verwaltungsgericht vorgenommen. Mit Dr.Silvia
Bientenharder, Rapperswil, hat sie eine ausgezeichnete Kandidatin, die sich an der
Junisession zur Wahl stellen wird.
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FDP: Strukturelles Defizit bekämpfen
Im Stadthaus der
Ortsbürgergemeinde St.Gallen hat die FDP-Fraktion die Geschäfte der kommenden Junisession
vorberaten. Sie behandelte die Staatsrechnung 2009, die Vorlagen zur Standortförderung
und weitere Geschäfte. Zudem nominierte die FDP-Fraktion den bisherigen Kantonsratsvizepräsidenten
Walter Locher offiziell für das Amt des „höchsten St.Gallers“.
Ab der Junisession soll der Kantonsrat von FDP-Vizefraktionspräsident
Walter Locher präsidiert werden. Der 55-Jährige ist selbständiger Rechtsanwalt und
lebt in der Stadt St.Gallen. Locher gehört dem Kantonsrat seit sieben Jahren an.
Die FDP-Fraktion freut sich, dem Kantonsrat die Wahl ihres Fraktionskollegen zum
„höchsten St.Galler“ beantragen zu können. Die Wahl von Walter Locher zum Kantonsratspräsidenten
ist im Parlament für den Sessionsmontag, 7. Juni 2010, traktandiert.
Beängstigende Ausgabendynamik
Dass die Staatsrechnung besser als erwartet abschloss, darf
die Politik nicht in eine trügerische Sicherheit wiegen. Davon
ist die FDP-Fraktion überzeugt. Durch die resultierende „schwarze Null“ bleibt die
Eigenkapitalhöhe stabil. Besorgniserregend ist für die Freisinnigen aber das Ausgabenwachstum
von über vier Prozent.
Die Behauptungen von links, die drohende schiefe Finanzlage des Kantons sei nur
den Steuerentlastungen der letzten Jahre anzulasten, ist falsch: Angesichts der
hohen Ausgabendynamik, welche deutlich über dem Wirtschaftswachstum liegt, besteht
klar ein strukturelles Defizit, das nicht mit Steuererhöhungen gestopft werden darf.
Eine Verzichtsplanung bleibt weiterhin nötig und richtig.
Standortförderung
mit Mut und Selbstbewusstsein
Die FDP steht mit einer ihrer Kernforderungen für die Schaffung
und Erhaltung von Arbeitsplätzen im Kanton St.Gallen ein.
Ein wichtiger Hebel dafür ist die Standortförderung. Die FDP-Fraktion nimmt beim
Mehrjahresprogramm der Standortförderung für die Jahre 2011 bis 2014 denn auch befriedigt
zur Kenntnis, dass Forderungen der FDP von der Regierung aufgenommen wurden.
Die FDP wird den Vorlagen zur Standortförderung zustimmen, auch wenn sie sich mehr
Mut zum Aufbruch und mehr Selbstvertrauen des Kantons St.Gallen als attraktiver
Standortkanton gewünscht hätte. Der Kanton St.Gallen sollte sich aus Sicht der FDP
an der Spitze messen und sich nicht mit der Tatsache begnügen, dass es noch schlechter
rangierte Kantone gibt.
Unterstützung
durch FDP
Auch die weiteren diskutierten
Geschäfte wie das Statistikgesetz, das Einführungsgesetz zur eidgenössischen Stromversorgungsgesetzgebung
und die Beitritte zur Interkantonalen Vereinbarung betreffend die Melioration der
Linthebene und zur computerunterstützten Zusammenarbeit der Kantone bei der Aufklärung
von Gewaltdelikten werden von der FDP-Fraktion mitgetragen.
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April-Session:
Die Parteien informieren |
Neue Koalition SVP-CVP?
Dank SVP und CVP kommt kein Provisorium für die eingestürzte Sporthalle
Riethüsli, sondern der umgehende Wiederaufbau. Bei CVP und SVP ist man gegen das
Vergolden von Plätzen für Fahrende, kein Eintreten. Breite Zustimmung gab es zur
Erweiterung des S-Bahnangebotes, wenn es auch etwas kostet. |
Erfolgreiche Aprilsession für die SVP
Die SVP-Fraktion
blickt mit grosser Befriedigung auf die Aprilsession zurück. Eine Reihe wichtiger
Wahlen und Geschäfte sind zu ihrer vollen Zufriedenheit ausgegangen.
Zweiter Sitz am Kantonsgericht für die
SVP Die SVP ist hoch erfreut, dass sich Patrick Guidon bei der Wahl ins Kantonsgericht
gegen den SPKandidaten mit einem klaren Vorsprung durchsetzen konnte. Patrick Guidon
ist gegenwärtig stellvertretender Generalsekretär am Bundesstrafgericht in Bellinzona
und Ersatzrichter am Kantonsgericht. Mit seiner Wahl verfügt die SVP nun über einen
zweiten Sitz am Kantonsgericht.
Neues Bürgerrechtsgesetz
Die SVP-Fraktion konnte
sich mit ihrer Haltung zum neuen kantonalen Bürgerrechtsgesetz durchsetzen. Insbesondere
die Heraufsetzung der Wohnsitzpflicht im Kanton auf 8 Jahre, davon 4 Jahre ununterbrochen
in der betreffenden politischen Gemeinde und die ausdrückliche Bekundung in Bezug
auf die Respektierung der schweizerischen Grundwerte wurden gemäss dem Wunsch der
SVP vom Kantonsrat gutgeheissen. Damit wird dem Grundsatz Rechnung getragen, dass
die Einbürgerung nicht etwa nur eine Etappe auf dem Weg in die Integration ist,
sondern deren erfolgreichen Abschluss bildet.
Projekt Durchgangsplätze für Fahrende
abgelehnt
Die SVP setzte sich
erfolgreich dafür ein, dass der Kantonsrat sowohl die Vorlage der Regierung als
auch jene der vorberatenden Kommission abgelehnt hat. Die Kosten für die geplanten
Durchgangsplätze für Fahrende waren viel zu hoch, als dass der Kantonsrat die Vorlage
gutheissen konnte, in einer Zeit in der die Steuereinnahmen massiv zurückzugehen
drohen. Die SVP ist überzeugt, dass für solche Durchgangsplätze Lösungen gefunden
werden können die einerseits den Bedürfnissen der Fahrenden entsprechen, aber auch
in Bezug auf die Baukosten verhätnissmässig sind.
Unverzüglicher Wiederaufbau der Turnhalle
Gewerbliche Berufsschule St. Gallen
Mit der Unterstützung
der SVP lehnte es der Kantonsrat ab, ein kostspieliges Provisorium für 4,4 Millionen
Franken als vorübergehenden Ersatz für die im Februar 2009 eingestürzte Turnhalle
zu bewilligen. Die SVP Fraktion verlangte erfolgreich den unverzüglichen Wiederaufbau
der eingestürzten Halle am ursprünglichen Standort. In der Zwischenzweit können
die pragmatischen Lösungen für den Turnunterricht der betroffenen Lernenden weitergeführt
werden Gleichzeitig sollen die Abklärungen und Verhandlungen mit den potentiell
Verantwortlichen des Einsturzes beschleunigt werden.
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Eine Session ganz
nach dem Geschmack der CVP
Die CVP-Fraktion hat der Frühjahrssession
den Stempel aufgedrückt. Das vorliegende Bürgerrechtsgesetz ist ganz im Sinne der
CVP – klar, streng und sachgerecht. Beim Regionalverkehr ist mit Hilfe der CVP der
erhoffte Quantensprung zum Nutzen des ganzen Kantons St.Gallen gelungen. Klare Signale
hat die CVP auch zum Turnhallenprovisorium Riethüsli und zur Finanzierung für Durchgangsplätze
für Fahrende gesetzt: Sie setzte Nichteintreten durch.
Die CVP-Fraktion hat
eine sehr erfolgreiche Frühjahrssession hinter sich. Sie hat es geschafft, der Session
den Stempel aufzudrücken und mit ihrer lösungsorientierten und bürgernahen Politik
zu punkten.
CVP setzt verschärftes
Bürgerrechtsgesetz durch
Die
CVP hat bei der Überwindung der jahrelangen Blockade im Einbürgerungswesen im Kanton
St.Gallen die Schlüsselrolle gespielt. Die Linie der CVP hatte – damals auf Verfassungsstufe
– bereits im Mai 2009 den Applaus der Stimmbevölkerung gefunden. Dieselbe Linie
hat die CVP nun auch bei der Beratung des Gesetzes durchgesetzt. Die resultierende
Vorlage ist klar, streng und sachgerecht. Die CVP hat sich punkto Eignung und Integration
der Einbürgerungswilligen, punkto Informationsbeschaffung durch die Einbürgerungsräte
sowie punkto Wohnsitzdauer durchgesetzt.
Die CVP hat damit Verantwortung
übernommen und Lösungen präsentiert, die demokratische wie auch rechtsstaatliche
Ansprüche vereinen. Im Interesse der Schweizer Bevölkerung und der Einbürgerungswilligen
wird ein sauberes Einbürgerungsverfahren garantiert. Fraktionspräsident Benedikt
Würth zeigt sich hocherfreut: „Die CVP hat es geschafft, mit ihrer Arbeit breit
zu überzeugen. Dies ist ein Musterbeispiel, wie Politik funktionieren sollte.“
Durchgangsplätze für
Fahrende nicht vergolden
Die
CVP hat kundgetan, dass sie die jetzige Situation für Fahrende, Gemeinden und betroffene
Landbesitzer für unbefriedigend hält. Sie befürwortet daher im Grundsatz das Lösungskonzept
aus den eigenen Reihen, Durchgangsplätze wie auch einen Transitplatz einzurichten.
Die von Baudepartement und Regierung beantragten Gelder beurteilt die CVP-Fraktion
allerdings für entschieden zu hoch. Die CVP-Fraktion hat daher für Nichteintreten
plädiert, verbunden mit dem Auftrag an die Regierung, den Kantonsbeitrag auf die
bereits gesprochenen 2.85 Mio. Franken zu beschränken, günstigere Standorte zu prüfen,
den Ausbaustandard der Durchgangsplätze abzusenken und weitere Mitfinanzierende
– etwa von Seiten der Fahrenden selbst – zu eruieren.
CVP verhindert teures
und unnötiges Turnhallenprovisorium
Die
CVP hat schon früh klar gemacht, dass sie den Bau eines Provisoriums für die eingestürzte
Turnhalle des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St.Gallen für unnötig
und zu teuer hält. Sie ist erfreut, dass der Kantonsrat ihren Argumenten gefolgt
ist und das unselige millionenschwere Provisorium beerdigt hat. Baudepartement und
Regierung haben nun einen klaren Auftrag gefasst: im Sinne der Steuerzahler mit
Hochdruck eine Lösung mit den Haftpflichtigen und den Versicherungen finden, parallel
die Planung des Wiederaufbaus der Turnhalle an die Hand nehmen und den Wiederaufbau
so rasch als möglich realisieren.
Quantensprung für
den Regionalverkehr gelungen
Mit
der S-Bahn St.Gallen 2013 ist dem Volkswirtschaftsdepartement unter Regierungspräsident
Josef Keller ein Quantensprung für den Regionalverkehr im Kanton St.Gallen gelungen.
Für die CVP-Fraktion ist die verbesserte Verkehrsinfrastruktur ein zentraler Standortfaktor
für den Kanton. Mit den vorgesehenen Mitteln wird ein Optimum an Nutzen für die
Bevölkerung erzielt, was zu einmütigem Lob von links bis rechts geführt hat. An
der CVP-Fraktion war es, auf die verbleibenden Pendenzen hinzuweisen: auf Optimierungen
zwischen Buchs und Sargans, zwischen Wil und St.Gallen und zwischen Sargans und
Rapperswil sowie auf den Halbstundentakt für die Gemeinden des Linthgebiets.
Regierung ignoriert
Beschlüsse des Kantonsrats
In
der intensiven Diskussion zum Aufgaben- und Finanzplan während der Februarsession
hatte der Kantonsrat diverse Beschlüsse gefasst. Die CVP-Fraktion nimmt nun mit
Verwunderung zur Kenntnis, dass die Regierung offenbar diese Beschlüsse nicht sonderlich
ernst nimmt. In Bezug auf die neue Bibliothek in St.Gallen, das Feuerwehrausbildungszentrum
Bernhardzell und das Raumkonzept 2011 fährt die Regierung einen Kurs weiter, der
die klaren Willensäusserungen des Kantonsrats nicht respektiert. Namentlich ist
es nicht nachvollziehbar, dass nun für die neue Bibliothek ein Wettbewerb initiiert
werden soll, nachdem der Kantonsrat das Vorhaben verschoben hatte. Die Priorisierung
der Investitionen ist nun entschieden und ernsthaft an die Hand zu nehmen. Die CVP-Fraktion
hat zu diesem Thema eine unmissverständliche Interpellation eingereicht.
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SP: CVP und SVP
verweigern die Diskussion
Die Aprilsession des St.Galler Kantonsrates war aus Sicht der SP-Fraktion
geprägt von der neuen CVP/SVP-Koalition, welche sich besonders damit hervortat,
dass sie sich gleich bei zwei Geschäften der Diskussion verweigerte.
Die Verbesserungen,
welche der Ausbau der S-Bahn und die Vorfinanzierung von Schieneninfrastrukturprojekten
dem Kanton bringen, sind aus Sicht der SP-Kantonsratsfraktion erfreulich. Doch ist
damit noch nicht aller Tage Abend: Der von der SP initiierte überparteiliche Antrag
an die Regierung für eine optimale Erschliessung der Ostschweiz im Rahmen von Bahn
2030 wurde von Kantonsrat überwiesen.
Als wenig konstruktiv beurteilt die SP das Verhalten der neuen Koalition von CVP
und SVP. Gleich bei zwei wichtigen Geschäften entzogen sich die SVP und grosse Teile
der CVP der Diskussion und traten auf wichtige Geschäfte gar nicht erst ein.
Keine Turnhalle
und kein Durchgangsplätze
Der Bau der provisorischen Dreifachsporthalle Demutstrasse des Gewerblichen
Berufs- und Weiterbildungszentrums St.Gallen kann nun nicht realisiert werden. Die
Gewerbeschüler-Innen und Lehrpersonen werden somit wohl noch über Jahre mit einem
provisorischen Betrieb vorlieb nehmen müssen. Die SP bedauert diesen Entscheid.
Auch für die Fahrenden in der Schweiz gibt es weiterhin keine Lösung. Auf die Vorlage
zur Schaffung von Durchgangsplätzen wurde nicht eingetreten. Die SP unterstützte
den Antrag der Kommission, welche vier Durchgangsplätze für Schweizer Fahrende,
sowie einen für ausländische Fahrende vorsah.
Besser sein als
Schweizer
Wie die SP bereits im Vorfeld vermutet hatte, verkam das neue Bürgerrechtsgesetz
zu einem Einbürgerungsverhinderungssgesetz. „Von den Einbürgerungswilligen wird
erwartet, dass sie besser sind als wir Schweizer“, fasst Fraktionspräsidentin Barbara
Gysi zusammen.
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FDP engagiert sich für Wirtschaftsstandort St.Gallen
SVP und CVP betreiben Verweigerungspolitik.Trotz Erfolgen
in der Wirtschafts- oder in der Gesundheitspolitik musste die FDP in der Aprilsession
auch bei einigen Sachgeschäften Niederlagen einstecken: CVP und SVP verhinderten
mit ihrem unsachlichen Entscheid auf Nichteintreten bei zwei Vorlagen eine konstruktive
Problemlösung. Mit einer derartigen Verweigerungshaltung setzen die beiden Parteien
bedenkliche Zeichen für unsere Demokratie. Regierungsrat Willi Haag wurde mit einem
Glanzresultat zum Regierungspräsidenten gewählt.
Die FDP musste lange auf den von ihr geforderten Bericht „Zukunft Technologie- und
Bildungsstandort St.Gallen“ warten – doch nach fünf Jahren konnte dieser endlich
im Kantonsrat behandelt werden. Die FDP weiss um die Wichtigkeit der Fachhochschulen
im Kanton – das dort erforschte Knowhow muss aber noch besser in die Wirtschaft
einfliessen können. Sie fordert deshalb, dass das Projekt IZR (Innovationszentrum
Rheintal) am NTB mit hoher Priorität umgesetzt werden muss. Für die FDP zeigt der
Bericht in die richtige Richtung – es bedarf aber weiterer konkreter Projekte und
zwischen den Fachhochschulen klar abgegrenzte Kompetenzen und Spezialgebiete.
Bahnangebot massiv
verbessern
Mit der – nun vom Kantonsrat klar gutgeheissenen – Vorlage
über die S-Bahn kann das regionale Bahnangebot im Kanton um
rund 30 Prozent erhöht werden und dies zu Mehrkosten von 10 Prozent. Es werden damit
die Vorhaben umgesetzt, welche bei geringsten Ausgaben den grössten Nutzen bringen.
Für die FDP-Fraktion ist die Vorlage ausgewogen und bringt in allen Regionen spürbare
Verbesserungen des öV-Angebotes, weshalb sie sie auch klar unterstützte. Auch die
Volksinitiative zur Vorfinanzierung von Schieneninfrastrukturprojekten wurde von
Rat und FDP angenommen. Die FDP hatte die Initiative – welche massgeblich dank FDP-Exponenten
zu Stande gekommen ist – von Anfang an unterstützt.
Entscheide aus dem Bauch helfen nicht weiter
Vor einem guten Jahr ist die Turnhalle der Gewerblichen
Berufsschule St.Gallen eingestürzt. Seither leiden die Schülerinnen
und Schüler beim Sportunterricht unter kaum annehmbaren Verhältnissen. In der Behandlung
der Vorlage über das Hallenprovisorium betonte die FDP-Fraktion denn auch die Wichtigkeit,
dass an der Gewerbeschule so schnell als möglich wieder sinnvoller Turnunterricht
stattfinden kann.
Der Kantonsrat entschied gegen ein Hallenprovisorium und spielt den Ball damit wieder
der Regierung zu – die Gewerbeschule wird auf Jahre hinaus keine Lösung für den
Sportunterricht erhalten. Es war allerdings bereits früh absehbar, dass im Rat dieses
Ergebnis resultieren würde: SVP und CVP hatten – und das bevor die Fakten überhaupt
ein erstes Mal in der vorberatenden Kommission diskutiert wurden – bereits Nichteintreten
kommuniziert. Für die FDP entspricht ein solches unsachliches Vorpreschen überhaupt
nicht den Gepflogenheiten unserer Demokratie. Wenn man – ungesehen der Fakten –
immer aus dem Bauch heraus entscheiden würde, könnten sich die Parlamentarierinnen
und Parlamentarier künftig die aufwändige Vorbereitung der Geschäfte in Kommissionen
ersparen.
Die FDP-Fraktion bedauert den Nichteintretensentscheid. Sie hätte eine definitive
Hallenlösung bevorzugt und dazu einen Eventualantrag der vorberatenden Kommission
mitgetragen: Die Regierung wäre damit aufgefordert gewesen, bis Ende 2010 eine Einigung
mit den Haftpflichtigen bzw. deren Versicherungen zu erzielen. Wäre dies nicht gelungen,
hätte das Provisorium gebaut werden sollen, damit die Schülerinnen und Schülern
baldmöglichst sinnvolle Sportmöglichkeiten erhalten hätten. Schliesslich ist gerade
ein solcher Übergangsbetrieb sehr kostspielig, müssen doch ganze Schulklassen laufend
in der Stadt St.Gallen hin- und hertransportiert werden.
Kantonsrat verweigert Diskussion um die Fahrenden
Es war bereits vor, aber
auch während der Behandlung der Vorlage über die Finanzierung von Durchgangsplätzen
für Fahrende spürbar: Zwar erkennen querbeet alle Fraktionen Handlungsbedarf für
Fahrende, aber trotzdem möchte sich kaum jemand dafür einsetzen – ganz nach dem
von FDP-Sprecher Bruno Lusti geprägten Motto „Keiner hat etwas gegen die Fahrenden,
aber niemand will sie.“ Dabei wurde mit dem in der vorberatenden Kommission ausgearbeiteten
Kompromissvorschlag eine geeignete Lösung für die Problematik aufgezeigt: Statt
sechs sollten nur vier Durchgangsplätze für Schweizer Fahrende sowie ein Transitplatz
für ausländische Fahrende eingerichtet werden. Die FDP-Fraktion unterstützte diesen
sinnvollen Kompromiss.
Eine Mehrheit des Rates (sprich: die SVP und die CVP, welche
den Kompromissantrag sogar vorgeschlagen hatte!) hat sich jedoch leider der Behandlung
der Thematik verweigert: Sie entschieden, auf die Vorlage gar nicht erst einzutreten
– das Problem harrt damit weiterhin einer Lösung.
Staatsanwälte
wird doch durch Regierung gewählt
Ein von der FDP-Fraktion angestrebtes Rückkommen bei der
Strafprozessordnung wurde von Erfolg gekrönt: Der Kantonsrat beschloss in der zweiten
Lesung nun doch, dass die leitenden Staatsanwälte wie bisher von der Regierung und
nicht vom Kantonsrat gewählt werden sollen. Die FDP ist erfreut, dass sich der Kantonsrat
zu Gunsten der Qualität der st.gallischen Justiz überzeugen
liess.
FDP prägt Gesundheitspolitik
Mit ihrer Interpellation „Koronar-
und Klappenchirurgie in St.Gallen – quo vadis?“ konnte die FDP einen Erfolg erzielen.
Die Regierung stellt darin in Aussicht, dass der von der FDP mit einem Postulat
geforderte Bericht zur herzchirurgischen Versorgung bald vorliegen wird. Die Freisinnigen
zeigen sich erfreut, dass die Regierung bereits jetzt Bereitschaft zu Kooperationsmodellen
in der Chirurgie signalisiert. Dies würde bedeuten, dass ausserkantonale Herzchirurgen
ihre Leistungen am Kantonsspital St.Gallen erbringen würden – etwas, das die FDP
schon seit längerem fordert. Damit ist es der FDP offenbar gelungen, die st.gallische
Spitalpoltik in eine neue und zukunftsweisende Richtung zu lenken.
Regierungspräsident
und Handelsrichter
Der freisinnige Vorsteher des Baudepartementes, Regierungsrat
Willi Haag, wurde in der Aprilsession mit 83 (von 94 gültigen)
Stimmen zum Regierungspräsidenten des Kantons St.Gallen gewählt. Willi Haag wird
damit nach 2005/2006 das zweite Mal die kantonale Exekutive präsidieren.
Die FDP konnte zudem mit Urs Aegerter, Rapperswil, einen bisher von der SVP besetzten
Sitz im Handelsgericht erobern. Der FDP-Kandidat erhielt 92 von 95 gültigen Stimmen.
Die FDP gratuliert den beiden Gewählten herzlich und wünscht ihnen für ihr Amt alles
Gute und viel Erfolg.
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Vorbereitung Frühjahres-Session:
Die Parteien informieren über ihre Beratungen |
Bürgerrechtsgesetz
auf der Ziellinie
Die Frühjahressession im Kantonsrat dürfte hinsichtlich
einer einvernehmlichen Lösung beim Bürgerrechtsgesetzt einen wichtigen Schritt auslösen,
das Notrecht bei den Einbürgerungen endlich abzulösen. Das Nein der SP wird dürfte
diesen Schritt kaum aufhalten können. Die Stellungnahmen der Parteien:
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CVP sieht ihre lösungsorientierte und bürgernahe Politik bestätigt
Die CVP-Fraktion zeigt sich erfreut,
dass die vorberatenden Kommissionen ganz im Sinne
der CVP lösungsorientiert und bürgernah entschieden haben. Das Thema Einbürgerungen
steht kurz vor einer Lösung, die sich ganz auf der Linie der CVP bewegt, und die
Verbesserungen im Regionalverkehr sind entscheidend für die Standortattraktivität
des Kantons. Die CVP weist auf die Pendenzen im Regionalverkehr hin, und sie kann
nicht nachvollziehen, dass Baudepartement und Regierung am Bau des Provisoriums
der Turnhalle Riethüsli festhalten wollen.
Die CVP-Fraktion hat sich an ihrer Vorbereitungssitzung auf
Schloss Dottenwil in Wittenbach mit den wichtigsten Themen der Frühjahrssession
des Kantonsrats auseinandergesetzt. Erfreut nahmen die CVP-Kantonsrätinnen und CVP-Kantonsräte
zur Kenntnis, dass die vorberatenden Kommissionen weitestgehend im Sinne der CVP
entschieden.
Verschärftes Bürgerrechtsgesetz auf
der Linie der CVP
Die CVP-Fraktion unterstützt das neue Bürgerrechtsgesetz
gemäss Entwurf der vorberatenden Kommission. Die Kommissionsanträge liegen ganz
auf der Linie der CVP, die
bereits in ihrer Vernehmlassung klare, strenge und sachgerechte
Vorgaben punkto Eignung und Integration der Einbürgerungswilligen sowie punkto Wohnsitzdauer
gefordert hatte. Die CVP-Fraktion begrüsst insbesondere die verschärften Wohnsitzfristen.
Nur auf diese Weise kann die Integration auch wirksam überprüft werden.
Von grosser Bedeutung sind auch die erweiterten Möglichkeiten der Informationsbeschaffung
für die Einbürgerungsräte. Sachgerecht ist schliesslich die Einführung eines Deutschtests,
welche auf eine CVP-Motion aus dem Jahr 2008 zurückgeht.
Mit der Vorlage der vorberatenden Kommission unter Leitung von CVP-Kantonsrat
Thomas Würth sieht die CVP-Fraktion ein Ende der jahrelangen Blockade in der Einbürgerungsdiskussion
im Kanton St.Gallen. Wegweisend dafür war die die Annahme der neuen verfassungsrechtlichen
Bestimmungen im Mai 2009, als die Stimmbevölkerung den Vorschlag der CVP mit grossem
Mehr stützte. CVP-Fraktionspräsident Benedikt Würth resümiert deshalb: „Die CVP
bewirtschaftet Probleme nicht, sie löst sie.“
Ein Quantensprung
für den Regionalverkehr im Kanton St.Gallen
Mit der S-Bahn St.Gallen 2013 ist dem Volkswirtschaftsdepartement unter Regierungspräsident
Josef Keller ein Quantensprung für den
öffentlichen Regionalverkehr im Kanton St.Gallen
gelungen. Für die CVP-Fraktion ist die verbesserte Verkehrsinfrastruktur ein zentraler
Standortfaktor für den Kanton. Sie unterstützt deshalb die drei Vorlagen, die es
schaffen, mit den vorgesehenen Mitteln ein Optimum an Nutzen für die Bevölkerung
zu erzielen.
Ein Wermutstropfen bei aller Euphorie ist, dass nicht
alle Regionen gleichzeitig
von den Verbesserungen profitieren können. Die CVP-Fraktion unterstützt daher den
Antrag der vorberatenden Kommission, möglichst rasch Optimierungen zwischen Buchs
und Sargans, zwischen Wil und St.Gallen und zwischen Sargans und Rapperswil an die
Hand zu nehmen. Sie beantragt zudem eine Ergänzung des Antrags, die den Doppelspurausbau
zwischen Schmerikon und Uznach explizit aufführt und den Halbstundentakt auch für
die Gemeinden des Linthgebiets verlangt.
Support für
CVP-Forderung nach vereinfachtem Datenaustausch
In der ersten Lesung zur Straf- und Jugendstrafprozessordnung
lag es an der CVP-Fraktion, auf eine Forderung von grosser Wichtigkeit hinzuweisen:
den vereinfachten Datenaustausch zwischen Behörden bei Strafverfahren. Bereits im
Jahr 2008 hatte die CVP-Fraktion zu diesem Thema eine Motion eingereicht, das in
der Zwischenzeit mit dem Fall München erhöhte Publizität erlangt hat.
Nach der von der CVP beantragten Rückweisung an die vorberatende Kommission ist
es nun gelungen, der CVP-Forderung zu entsprechen und den Datenaustausch bei Strafverfahren
zum Schutz der Bevölkerung entscheidend zu vereinfachen. Die CVP-Fraktion unterstützt
deshalb den entsprechenden Antrag der vorberatenden Kommission.
CVP fordert Verzicht auf teures Turnhallen-Provisorium
Die CVP hat schon
länger die Notwendigkeit eines Provisoriums für die eingestürzte Turnhalle des Gewerblichen
Berufs- und Weiterbildungszentrums St.Gallen sehr skeptisch beurteilt und stellte
in einem parlamentarischen
Vorstoss entsprechende Fragen. Nach den Kommissionsberatungen
ist klar, dass der Bau eines teuren und unnötigen Provisoriums abzulehnen ist. Die
CVP-Fraktion unterstützt deshalb den Nichteintretensantrag der vorberatenden Kommission.
Nun gilt es, auf den überhasteten millionenschweren Bau eines Provisoriums zu verzichten,
im Sinne der Steuerzahler mit Hochdruck die Verhandlungen mit den Haftpflichtigen
und den Versicherungen zu führen, parallel die Planung des Wiederaufbaus der Turnhalle
an die Hand nehmen und den Wiederaufbau so rasch als möglich zu realisieren.
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SP lehnt Gesetz zur Verhinderung
des St.Galler Bürgerrechts ab
Die Sozialdemokratische Fraktion kann
die Verschärfungen der vorberatenden Kommission beim Gesetz über das St.Galler Bürgerrecht
nicht mittragen und wird das Gesetz in dieser Form in der Schlussabstimmung mehrheitlich ablehnen. Für die Ersatzwahl ins Kantonsgericht nominiert die SP Dr. iur. Marco
Levante.
Die SP-Kantonsratsfraktion hat am Samstag die Geschäfte der Aprilsession beraten. Hauptdiskussionspunkt war das Bürgerrechtsgesetz. Die SP ist sich zwar einig, dass
es nach jahrelanger Anwendung des Notrechts und mit der neuen Verfassung endlich
eine gesetzliche Grundlage braucht und wird daher auf die Vorlage eintreten. Doch
kann sie die massiven Verschlechterungen der Kommission nicht akzeptieren und wird
mit verschiedenen Anträgen eine Entschärfung des Gesetzes verlangen. SP-Kantonsrat Felix Gemperle bringt es auf den Punkt: „Die Vorlage müsste eigentlich heissen ‚Verhinderung
des St.Galler Bürgerrechts’. Die wenigen Verbesserungen gegenüber des heutigen Notrechts
können die Nachteile nicht aufwiegen.“ Vor allem die Verlängerung der Wohnsitzfristen
stösst der SP sauer auf. Die strengen Vorgaben entsprechen nicht dem Zeitgeist,
wo die Wirtschaft Mobilität und Flexibilität verlangt.
S-Bahn-Ausbau und Vorfinanzierung bringen
Verbesserungen
Der Kantonsratsbeschluss
über die S-Bahn St.Gallen 2013 bringt viele Verbesserungen, für die sich die SP
schon seit Jahren eingesetzt hat. Doch erfahren viele kleine Bahnhöfe eine klare
Verschlechterung des Angebots. Beim Bahnausbau fordert die SP vom Kanton ein klares
Bekenntnis für den weiteren Bahninfrastrukturausbau in den Regionen. Nachholbedarf
ist vor allem in den Regionen zwischen Buchs/Sargans, Wil/St.Gallen, sowie Sargans/Rapperswil
gegeben. Für die SP ist darum der Kommissionsantrag eine klare Bedingung. Der Kanton
muss auch bereit sein, Infrastrukturprojekte vorzufinanzieren. Darum heisst die
SP die Initiative und den Nachtrag gut.
Ja zum Turnhallen-Provisorium
Die SP unterstützt den
Bau der provisorischen Dreifachsporthalle Demutstrasse des Gewerblichen Berufs-
und Weiterbildungszentrums St.Gallen. Für die Fraktion sind der jetzige Zustand
für die Gewerbeschüler und Lehrpersonen nicht tragbar und zu viele rechtliche Fragen
bezüglich Haftung noch offen. „Dass die Schülerinnen und Schüler über Jahre in der
Stadt herumgekarrt werden ist unsinnig. Wir brauchen jetzt rasch eine gute Lösung
für den Schulbetrieb“, so SP-Kantonsrätin Maria Huber.
Für die Fahrenden in der Schweiz sind Durchgangsplätzen überfällig. Die
SP unterstützt den Antrag der Kommission, welche vier Durchgangsplätze für Schweizer
Fahrende, sowie einen für ausländische Fahrende vorsieht.
SP nominiert Levante fürs Kantonsgericht
Die SP möchte eine Auswahl bieten und
präsentiert mit Dr. iur. Marco Levante einen überaus fähigen Juristen für die Ersatzwahl
ins Kantonsgericht. Der 44-jährige Levante arbeitet zurzeit als Gerichtsschreiber
am Bundesgericht Lausanne und ist Lehrbeauftragter für Privatrecht an der Uni St.Gallen.
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SVP unterstützt Heraufsetzung Wohnsitzpflicht
beim Bürgerrechtsgesetz
Zur Vorbereitung
der kommenden Aprilsession tagte die SVP-Fraktion am Samstag in Wil. Zur Debatte standen eine Reihe wichtiger Geschäfte, darunter das neue kantonale Bürgerrechtsgesetz,
der Bau von Durchgangsplätzen für Fahrende und der Wiederaufbau der im Februar 2009
eingestürzten Turnhalle des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum an der
Demutstrasse in St. Gallen.
Bürgerrechtsgesetz: Kompromiss
in Sicht
Die SVP-Fraktion
unterstützt einstimmig den Entwurf der vorberatenden Kommission zum revidierten
Bürgerrechtsgesetz. Dieser stellt einen akzeptablen Kompromiss dar zwischen den
Sachzwängen die vom Bundesrecht vorgegeben sind und dem Recht des Stimmvolks, das
letzte Wort bei den Einbürgerungen zu haben. Die SVP unterstützt insbesondere die
Heraufsetzung der Wohnsitzpflicht im Kanton die neu 8 Jahre betragen soll.
Damit wird dem Grundsatz Rechnung getragen,
dass die Einbürgerung nicht etwa nur eine Etappe auf dem Weg in die Integration
ist, sondern deren erfolgreichen Abschluss bedeutet. Sollte es der Kantonsrat ablehnen
die kantonale Wohnsitzfrist zu erhöhen, dann wird die SVP das neue Bürgerrechtsgesetz
in seiner Gesamtheit zurückweisen.
Keine Luxus-Durchgangsplätze für
Fahrende
Die SVP-Fraktion
wird nicht auf die Vorlage der Regierung eintreten, die eine Reihe von luxuriösen
Durchgangsplätze für Fahrende einrichten will. Obwohl die vorberatende Kommission
das ursprüngliche Projekt der Regierung zurückgestutzt hat, ist der finanzielle
Aufwand von insgesamt 6,8 Millionen Franken für die 5 Durchgangsplätze immer noch
viel zu hoch.
In Zeiten zurückgehender Steuereinnahmen
ist es aus finanzpolitischer Sicht unverantwortlich, pro Durchgangsplatz über 1,3
Millionen Franken aufzuwenden. Es sollte den Gemeinden überlassen werden, zweckmässige
Durchgangsplätze für Fahrende einzurichten, wobei eine vernünftige finanzielle Beteiligung des Kantons durchaus in Frage kommen könnte.
Wiederaufbau anstatt Provisorium
Die SVP lehnt es
ab, für die im Februar 2009 eingestürzte Sporthalle des Gewerblichen Berufsund Weiterbildungszentrums
St. Gallen ein Provisorium in Form einer vorfabrizierten Holzhalle für rund 4,4
Millionen Franken erstellen zu lassen. Es besteht keine dringende Notwendigkeit
dafür.
Vielmehr sollten die notwendigen Abklärungen
und Verhandlungen mit den potentiell Verantwortlichen des Einsturzes und deren Versicherungen
beschleunigt werden. Die SVP fordert einen unverzüglichen Wiederaufbau der eingestürzten
Sporthalle.
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FDP: Bürgerrecht endlich klar regeln
Die FDP-Fraktion bereitete im Wolfensberg oberhalb
von Degersheim die Geschäfte der Frühjahrssession vor. Unter anderem wurde der durch
einen FDP-Vorstoss initiierte Bericht „Zukunft Technologie- und Bildungssstandort
St.Gallen“ behandelt. Weiter diskutierten die Freisinngen das neue Bürgerrechtsgesetz
sowie die Vorlage betreffend die Durchgangsplätze von Fahrenden.
Die FDP-Fraktion ist erleichtert, dass nun – über vier Jahre nach dem Postulat der
FDP – endlich der entsprechende Bericht zum Technologie- und Bildungsstandort St.Gallen
vorliegt. Der Bericht zeigt auf, wie wichtig der Technologietransfer ist und er gibt eine gute Übersicht, was bisher getan wird. Allerdings hätte sich die FDP mehr
konkrete Massnahmen zur Verbesserung des Technologietransfers gewünscht. Das Konzept
der Innovationszellen ist aus Sicht der FDP klar zu fördern und weiterzuentwickeln.
Es schafft die Basis für die mittel- und langfristige Entwicklung von Clustern.
So ist das Innovationszentrum Rheintal am NTB in Buchs für die FDP ein wichtiges
und erfolgsversprechendes Projekt, das sofort mit hoher Priorität umgesetzt werden
muss. Aus Sicht der FDP müssen aber noch weitere konkrete Massnahmen folgen, damit
der Kanton St.Gallen seine Chancen im Bereich Technologietransfer stärker nutzen
kann.
Gute Integration wird vorausgesetzt
Für die FDP-Fraktion ist
eine Neuregelung des st.gallischen Bürgerrechtsgesetzes unbestritten, nachdem Einbürgerungen
seit 2003 nach Notrecht behandelt werden. Die FDP stellt dabei hohe Anforderungen
an die Einbürgerungswilligen – es bedarf einer guten Integration, guten Deutschkenntnissen,
dem Einhalten unserer Gesetze und eine den Schweizer Verhältnissen angepasste Lebensart.
Eine Mehrheit der FDP-Fraktion unterstützt die Haltung der Regierung, von den Einzubürgerten
eine Wohnsitznahme von fünf Jahren im Kanton (wovon die letzten zwei Jahre ununterbrochen
in der entsprechenden Gemeinde) vorauszusetzen. Eine längere Wohnsitzdauer ist aufgrund
der zunehmenden Mobilität der Bevölkerung wenig sinnvoll.
Die FDP-Fraktion will zudem einen Antrag einreichen, damit
Unmündige erst ab dem vollendeten 14. Altersjahr selbständig eingebürgert werden
können.
Vier Durchgangsplätze für Fahrende
Bei der Vorlage zur Finanzierung von Durchgangsplätzen
für Fahrende trägt die FDP-Fraktion die Haltung der vorberatenden
Kommission mit: Der Kanton soll maximal nur vier Durchgangsplätze erstellen. Diese
Durchgangsplätze sollen nur von Schweizer Fahrenden benützt werden. Für ausländische
Fahrende soll ein Transitplatz geschaffen werden.
Regierung soll
Staatsanwälte wählen
In der ersten Lesung des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen
Straf- und Jugendstrafprozessordnung scheiterte die FDP knapp
in der Frage, ob die leitenden Staatsanwälte durch den Kantonsrat oder die Regierung
gewählt werden sollen. Die FDP-Fraktion wird sich auch in der zweiten Lesung des
Geschäftes weiter dafür einsetzen, dass die Regierung Wahlbehörde bleiben soll.
Denn eine Wahl durch den Kantonsrat hätte zweifellos zur Folge, dass künftig die
Parteizugehörigkeit wichtiger würde als die fachliche Qualität der Kandidierenden.
Ersatzwahl ins Kantonsgericht
Vor einem Jahr eroberte die FDP mit der Wahl von Beatrice
Uffer-Tobler auf Kosten der CVP (Ersatz von Martha Niquille)
einen zusätzlichen Kantonsrichtersitz. Gleichzeitig anerkennt die FDP-Fraktion,
dass die SVP grundsätzlich – gemessen an ihrem Wähleranteil – am Kantonsgericht
nach wie vor untervertreten ist. Aus diesem Grund wird die FDP in der Aprilsession
nicht mit einer eigenen Kandidatur antreten.
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