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Oberuzwil: 07.09.2017
In Oberuzwil hat der Unterricht für Menschen mit Migrationserfahrung in der Quartierschule erfolgreich gestartet. Dank ehrenamtlichem Engagement und der Bereitschaft von Freiwilligen.
In Oberuzwil hat der Unterricht für Menschen mit Migrationserfahrung in der Quartierschule erfolgreich gestartet. Dank ehrenamtlichem Engagement und der Bereitschaft von Freiwilligen.

Deutsch lernen in der «Quartierschule»
Das Theorielokal im Feuerwehrdepot eignet sich in Grösse und Ausstattung ideal für den bewegten, musikalischen und klar strukturieren Unterricht.
gk
In Oberuzwil hat der Unterricht für Menschen mit Migrationserfahrung in der Quartierschule erfolgreich gestartet. Dank ehrenamtlichem Engagement und der Bereitschaft von Freiwilligen konnten die Deutschkurse wie geplant nach den Sommerferien beginnen. Dieses niederschwellige Angebot soll einen frühen Einstieg in die Sprachförderung und gleichzeitig eine möglichst gute Integration ermöglichen. Der Gemeinderat hat im Frühjahr ein Projekt genehmigt, das gemeinsam mit den bisherigen Anbietern und mit Hilfe von freiwilligen Personen den Aufbau der «Quartierschule» vorantreibt.

In enger Zusammenarbeit mit dem Sozialamt und den Sozialen Diensten gelang es der Leitung Volksschule, rechtzeitig die nötigen Räumlichkeiten und das Material bereit zu stellen. Das Theorielokal im Feuerwehrdepot eignet sich in Grösse und Ausstattung ideal für den bewegten, musikalischen und klar strukturieren Unterricht für Erwachsene und dient bis auf Weiteres als Kurslokal für den «Kofferkurs». Die herkömmlichen Deutschlektionen werden im Oberstufenzentrum angeboten, wo die Kursleiterinnen und die Kursteilnehmenden herzlich empfangen wurden.

Qualifikation der Kursleiterinnen
Zwei Erwachsenenbildnerinnen besuchten die Weiterbildung zur Kursleiterin. Beim zweiwöchigen Quartierschule-Deutschkurs für Flüchtlinge wurden sie ab dem dritten Tag aktiv eingesetzt und in der Folge übernahmen sie immer mehr Teile des Unterrichtes. Es handelte sich somit bereits um ihren ersten Deutschkurs bei welchem sie aber noch professionell angeleitet und unterstützt wurden. Nach und nach wurden die Elemente des auf Kommunikation ausgerichteten Deutschkurses erklärt, geübt und im Unterricht direkt ausprobiert. Damit sich die zukünftigen Kursleiterinnen selbstsicher fühlten und die wichtigen Elemente des Unterrichts kennen und richtig einsetzen, wurde jeweils am Nachmittag oder auf Wunsch über den Mittag die Vertiefung der verschiedenen Lektionen und die Vorbereitung auf den Folgetag besprochen.

Die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) begleitet die Einführung der Quartierschulen, indem die Bundesmittel von 5'000 Franken pro Quartierschule und Jahr vergeben sowie die kostenlose Ausbildung der freiwilligen Trainer/innen oder Lehrpersonen und das empfohlene Lehrmittel «Liechtenstein Languages (LieLa)» zur Verfügung gestellt werden.

Erfahrungen werden ausgewertet
Bereits vor Beginn der Angebote schrieben alle Asylbewerberinnen und –bewerber einen Einstufungstest und unterzeichneten eine Vereinbarung zum Besuch der Quartierschule. Damit verbunden können auch finanzielle Sanktionen bei unentschuldigtem Fehlen ausgesprochen werden. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten hat sich eingespielt und die neuen Örtlichkeiten bewähren sich.

Es werden zurzeit Kurse angeboten von der Alphabetisierung bis zum Niveau A1-2. Auch die Asylzahlen werden laufend beobachtet, da sie einen Einfluss auf die Angebote der Quartierschule haben. Im Laufe des Herbstes werden die Erfahrungen mit der Quartierschule ausgewertet. Es soll geprüft werden, ob die Teilnehmenden Fortschritte in der Sprache machen und wie sich ihre Integration verbessert hat. Der Gemeinderat wird anschliessend über die Weiterführung und das Angebot im Jahr 2018 entscheiden.

Freiwillige gesucht
Gesucht werden noch freiwillige Helfer und Helferinnen, die in der Quartierschule mitarbeiten. Sie unterstützen die ausgebildeten Sprachlehrerinnen oder erteilen selber Deutschunterricht in kleinen Gruppen. Voraussetzung sind Zeit und die Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren.

Ein Einstieg ist jederzeit möglich und kann auch zeitlich befristet sein. Wenn Sie mithelfen können, melden Sie sich bitte bei Gallus Rieger, Leiter Volksschule, gallus.rieger@oberuzwil.ch, Telefon 071 955 77 30. Die Teilnehmenden des Kofferkurses freuen sich auch über Besuch mit einer Kuchenspende jeweils Mo/Mi/Do um 09.30 Uhr direkt im Feuerwehrdepot (bis zu den Herbstferien).

WEITERE THEMEN
Startworkshop für Familienzentrum

Die Beteiligten der «frühen Förderung» in Oberuzwil und interessierte Fachstellen haben sich zu einem Startworkshop getroffen. Sie liessen sich von einer Mitinitiantin des Familienzentrums Grabs für die weitere Arbeit und die Ausgestaltung eines Oberuzwiler Familienzentrums inspirieren. Es soll ein gemeinsamer Treffpunkt geschaffen werden, der die Koordination und Vernetzung der vielfältigen, bereits bestehenden Angebote in der Familienarbeit und der frühen Förderung verstärkt. Der Gemeinderat hat die Leitung Volksschule beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Sozialen Diensten und dem Sozialamt sowie den zuständigen Stellen des Kantons, ein Basiskonzept zu erarbeiten.

Das breite Angebot für Familien mit Kleinkindern reicht vom Kinderarzt, der Mütter-/Väterberatung über die Spielgruppe, die Tagesfamilien, den Kindertreff, das MuKi- und VaKi-Turnen bis zur heilpädagogischen Früherziehung, dem Deutschkurs für Mütter mit Kleinkindern sowie unzähligen weiteren sozialen, gesundheitlichen und erzieherischen Angeboten.

Interessengruppe begleitet die nächsten Schritte
Es ist das Ziel, am Ende der ersten Projektphase im Herbst 2017 über ein breit abgestütztes Basiskonzept sowie eine Gruppe Beteiligter zu verfügen, die das Familienzentrum bedarfsgerecht plant und sich für ein tragbares Angebot einsetzt. Sechs Personen, welche die Angebote der Frühen Förderung für Familien, aber auch die Kirche sowie lokale und regionale Fachstellen vertreten, sind bereit, in einer Interessengruppe mitzuarbeiten. Weitere Mitglieder sind jederzeit willkommen.

Eckwerte des Basiskonzeptes
Aus der bisherigen mehrjährigen Arbeit mit den Beteiligten und konkret aus dem Startworkshop ergeben sich wichtige Erkenntnisse, die bei der weiteren Planung unverzichtbar sind. So ist unter anderem zu klären, wie die Freiwilligenarbeit und die professionellen Angebote nebeneinander funktionieren und gleichberechtigt bestehen können. Es sind geeignete Räumlichkeiten zu finden, die zentral gelegen sind und einen niederschwelligen Zugang ermöglichen. Die Trägerschaft und der Betrieb sind auf eine verlässliche Basis zu stellen. Das heisst, es braucht personelle und finanzielle Ressourcen von unterschiedlichen Seiten. Das Angebot wird im Rahmen eines Workshops Mitte September regional abgestimmt und wird auch für fremdsprachige Familien oder solche in schwierigen Verhältnissen zugänglich sein.

Meilenstein Gemeinderat
Zum Abschluss der Phase I wird der Gemeinderat das Basiskonzept beraten und festlegen, mit welchen Rahmenbedingungen die Phase II umgesetzt werden soll. In den Fokus kommen voraussichtlich die Frage der Unterstützung durch die Gemeinde, die tragfähige Vernetzung der Akteure, die Konkretisierung des Konzepts und die Finanzierung des Familienzentrums sowie eine Auftaktveranstaltung mit der Bevölkerung. Falls der Gemeinderat im Laufe des Projekts den Bedarf und die Machbarkeit positiv bewertet, wäre mit der Realisierung eines «Familienzentrums» frühestens Ende 2018 zu rechnen.

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Zum Umgang mit digitalen Medien
Alle Schülerinnen und Schüler der 1. Oberstufe wurden während einer Lektion durch Andreas Brühlmann vom Jugenddienst der Kantonspolizei St. Gallen über mögliche Gefahren und Straftaten im Umgang mit digitalen Medien aufgeklärt. Die Problematik sei sehr aktuell, schreibt der Schulleiter Norbert Lenherr.

Der Referent erklärte, dass die Straftaten von Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich abgenommen haben. Eine Zunahme sei hingegen im Bereich der digitalen Medien festzustellen, wobei hier zusätzlich von einer grossen Dunkelziffer ausgegangen werden müsse.

Viele digitale Gefahren
Jugendliche verbringen heute einen grossen Teil ihrer Freizeit an einem Bildschirm (Fernseher, PC, Tablet oder Smartphone); die 11- bis 15-jährigen im Schnitt während 4,4 Stunden pro Tag. Dies birgt verschiedene Gefahren, zumal dieser Bildschirmkonsum meist unbeaufsichtigt und nachts stattfindet. Angesprochene Themen waren denn auch legale und illegale Pornographie, Sexting, Kinderpornographie sowie Cybermobbing. Die Jugendlichen erfuhren, wie sie sich bei einem Cybermobbingfall verhalten sollen. Beispielhaft wurde ihnen auch mit einem Video (https://www.youtube.com/watch?v=V3lSnbsjwU4) aufgezeigt, was Cybermobbing bewirken kann.

Eltern sensibilisiert
Am gleichen Tag wurde am Elternabend ebenfalls auf diese Problematiken und auf die Wichtigkeit von Gesprächen zwischen Jugendlichen und Eltern zu diesem Thema, z.B. am Mittagstisch, hingewiesen.

Wertvolle Tipps und Informationen hat die Polizei in der Broschüre «Cybermobbing: Alles was Recht ist» aufbereitet; sie kann als pdf-Datei im Internet unter www.kapo.sg.ch heruntergeladen werden.

Empfehlungen zum Umgang mit Cybermobbing
1. Beachten Sie Verhaltensveränderungen bei ihrem Kind.
2. Sprechen Sie es auf die mögliche Ursache «Cybermobbing» an.
3. Sichern Sie Beweise für Cybermobbing-Attacken! Drucken Sie Webseiten aus, speichern Sie Chatdialoge, löschen Sie unter keinen Umständen SMS oder MMS, die auf die Täterschaft hinweisen könnten. Dies ist für eine erfolgreiche Strafverfolgung durch die Polizei von grösster Bedeutung.
4. Nehmen Sie Kontakt mit den Eltern der Cybermobbing-Täter auf und verlangen Sie, dass das Cybermobbing eingestellt wird.
5. Besprechen Sie den Cybermobbingfall auch mit der Klassenlehrperson und mit der Schulsozialberaterin. Bestehen Sie darauf, dass sich auch die Schule um diesen Fall kümmert, vor allem, wenn die Cybermobbing-Attacke aus dem Klassenverband kommt.
6. Wenn die Cybermobbing-Attacke nicht unverzüglich aufhört, informieren Sie auch die Polizei.
7. Nehmen Sie externe Hilfe in Anspruch, zum Beispiel:
• Schulsozialarbeit: Telefon 071 950 04 25 / 079 743 41 75, schulsozialarbeit@oberuzwil.ch
• Jugendberatung: Telefon 071 955 98 90 / 079 685 96 73, jugendberatung@oberuzwil.ch
• Jugenddienste der Polizei: www.skppsc.ch/link/jugenddienste
• Kantonale Opferberatungsstellen: www.opferhilfe-schweiz.ch
• Hilfetelefon Pro Juventute mit Link auf Beratungsstellen: www.147.ch







Jugendliche verbringen heute einen grossen Teil ihrer Freizeit an einem Bildschirm (Fernseher, PC, Tablet oder Smartphone); die 11- bis 15-jährigen im Schnitt während 4,4 Stunden pro Tag. Dies birgt verschiedene Gefahren, zumal dieser Bildschirmkonsum meist unbeaufsichtigt und nachts stattfindet.
Jugendliche verbringen heute einen grossen Teil ihrer Freizeit an einem Bildschirm (Fernseher, PC, Tablet oder Smartphone); die 11- bis 15-jährigen im Schnitt während 4,4 Stunden pro Tag. Dies birgt verschiedene Gefahren, zumal dieser Bildschirmkonsum meist unbeaufsichtigt und nachts stattfindet.

Familienzentrum: Es ist das Ziel, am Ende der ersten Projektphase im Herbst 2017 über ein breit abgestütztes Basiskonzept sowie eine Gruppe Beteiligter zu verfügen, die das Familienzentrum bedarfsgerecht plant und sich für ein tragbares Angebot einsetzt.
Familienzentrum: Es ist das Ziel, am Ende der ersten Projektphase im Herbst 2017 über ein breit abgestütztes Basiskonzept sowie eine Gruppe Beteiligter zu verfügen, die das Familienzentrum bedarfsgerecht plant und sich für ein tragbares Angebot einsetzt.