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Flawil: 25.01.2012
TiL-Kursleiter Andreas Hartmann, Schulsozialarbeiterin Elisabeth Weidmann, Schulratspräsident Elmar Metzger und Kursleiterin Caroline Wirth freuen sich über den erfolgreichen Abschluss des ersten Trainings in Lebenskompetenz an der Schule Flawil. v.l.n.r.).
TiL-Kursleiter Andreas Hartmann, Schulsozialarbeiterin Elisabeth Weidmann, Schulratspräsident Elmar Metzger und Kursleiterin Caroline Wirth freuen sich über den erfolgreichen Abschluss des ersten Trainings in Lebenskompetenz an der Schule Flawil. v.l.n.r.).

Gemeinderat und Schulratspräsident Elmar Metzger: "Das Training in Lebenskompetenz ist einer der Lösungsansätze zur Unterstützung der Lehrpersonen in belastenden Situationen".
Gemeinderat und Schulratspräsident Elmar Metzger: "Das Training in Lebenskompetenz ist einer der Lösungsansätze zur Unterstützung der Lehrpersonen in belastenden Situationen".

Konstruktives Verhalten bei Schülerinnen und Schülern stärken
Abschluss des ersten Trainings in Lebenskompetenz (TiL) in Flawil
rkf
Am vergangenen Mittwoch ging in Flawil das erste Training in Lebenskompetenz (TiL) erfolgreich zu Ende. Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe lernen dabei mit Konfliktsituationen umzugehen.

Das Training in Lebenskompetenz (TiL) ist einer der Lösungsansätze in einem mehrjährigen Prozesses zur Unterstützung der Flawiler Lehrpersonen in belastenden Situationen. Dieses Projekt fördert auch die Flawiler Schulqualität. Am vergangenen Mittwoch konnte erstmals ein solches TiL abgeschlossen werden. Schulratspräsident Elmar Metzger zieht eine positive Bilanz.

Grosse Belastungen für die Lehrpersonen
Für die Lehrpersonen der Schule Flawil ist es eine tägliche Belastung, sich mit sozial schwierigem Verhalten von Schülerinnen und Schülern auseinander zu setzen. Der Schulrat hat sich deshalb intensiv mit der Frage befasst, wie die Lehrpersonen in solchen Situationen unterstützt werden können.

Einerseits sind die Schulsozialarbeiterinnen in schwierigen Situationen eine wertvolle Hilfe und für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe besteht die Möglichkeit vorübergehend die Time-Out-Klasse in Uzwil zu besuchen. Doch auch in Flawil werden Schülerinnen und Schüler, welche Grenzen überschreiten, immer jünger. Besonders auf der Mittelstufe fehlten bisher wirkungsvolle Massnahmen.

Guter Lösungsansatz
Im Zentrum des TiL steht die Stärkung der Schülerinnen und Schüler in ihrem Umfeld. Das Training bringt den Jugendlichen eine akzeptierende, wertschätzende Haltung entgegen, gibt positives und unterstützendes Feedback und verstärkt konstruktives Verhalten und gute Mitarbeit in der Gruppe.

So können die Ressourcen der Jugendlichen gestärkt werden. Sie lernen ihre guten Seiten und Talente kennen, wodurch ihr Selbstwertgefühl gestärkt wird. Dies erlaubt es, den Blick auch auf eigene Schwächen zu richten und an ihnen zu arbeiten.

Strukturierter Ablauf
Die Anmeldung zum TiL durch eine Lehrperson erfolgt auf Grund einer Vereinbarung mit den Eltern und der oder dem Jugendlichen. Mit der Anmeldung verpflichten sich die Jugendlichen zum Kursbesuch an acht Mittwochnachmittagen. Die Eltern müssen zudem an einem Informationsabend teilnehmen.

Selbstverständlich arbeiten auch die Klassenlehrpersonen eng mit der Kursleitung zusammen und tauschen sich bei Bedarf aus. Die Leitung des ersten Kurses oblag Caroline Wirth von der Suchtpräventionsstelle Zürcher Oberland, die ein solches Training seit Jahren mit grossem Erfolg anbietet und Andreas Hartmann, dipl. Sozialarbeiter FH aus Degersheim.

Regionale Zusammenarbeit
Die Initiative zur Durchführung des TiL hat die Schule Flawil in Zusammenarbeit mit dem ZEPRA, Prävention und Gesundheitsförderung in St. Gallen, ergriffen. Die Schulen von Gossau, Uzwil und Degersheim wollen das Angebot ebenfalls nutzen und unterstützen das Projekt. So hat das erste Training auch ein Schüler aus Uzwil besucht.

«Jugendlichen bisher unbekannte Lösungsmöglichkeiten von Konfliktsituationen mitgeben»
Nachgefragt bei Gemeinderat und Schulratspräsident Elmar Metzger

Elmar Metzger, wie ist die Idee zur Durchführung eines TiL an der Schule Flawil entstanden?

Das Training in Lebenskompetenz ist einer der Lösungsansätze in einem mehrjährigen Prozesses zur Unterstützung der Lehrpersonen in belastenden Situationen, zur Erhaltung ihrer Gesundheit und damit auch zur Förderung der Schulqualität. Wir wollen ein Angebot für die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe schaffen, das ihnen zeigt, wie sie schwierige Situationen rechtzeitig erkennen und meistern können.

Haben Sie dieses Ziel erreicht?
Die Rückmeldungen der Jugendlichen sind durchwegs positiv, obwohl sie für den Kurs den freien Mittwochnachmittag einsetzen. Wenn es gelungen ist, ihnen bisher unbekannte Lösungsmöglichkeiten von Konfliktsituationen mitzugeben, dann sind sie zwar nicht von heute auf morgen anders in ihrem Verhalten. Und doch werden sie sich in schwierigen Situationen daran erinnern, dass verschiedene Wege zum Ziel führen und die eine oder andere Herausforderung besser meistern können.

Wie geht es nun mit dem TiL in Flawil weiter?
Die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und die Klassenlehrpersonen haben die Möglichkeit, ihre Eindrücke zum TiL in einem Fragebogen festzuhalten. Die Kursleitung wird die Fragebogen auswerten und dem Schulrat einen mit ihren Feststellungen ergänzten Bericht vorlegen. Wenn die Rückmeldungen positiv ausfallen, wird der Schulrat das Angebot voraussichtlich weiterführen und die Zusammenarbeit mit den Schulen von Gossau, Uzwil und Degersheim verstärken.