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Flawil/Bazenheid: 10.09.2010
Die Etappe 2 ergibt ein neues Deponievolumen von rund 300'000 Kubikmeter. Das Volumen sollte ausreichen, um in den nächsten 10 bis 15 Jahren die in den Kehrichtverbrennungsanlagen Bazenheid und Weinfelden anfallenden Rückstände zu lagern.
Die Etappe 2 ergibt ein neues Deponievolumen von rund 300'000 Kubikmeter. Das Volumen sollte ausreichen, um in den nächsten 10 bis 15 Jahren die in den Kehrichtverbrennungsanlagen Bazenheid und Weinfelden anfallenden Rückstände zu lagern.

Von der Deponie zum Rohstofflager
Abschluss der Bauarbeiten auf der Deponie Burgauerfeld in Flawil
Claudio Bianculli
In der Deponie Burgauerfeld des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) in Flawil werden Schlacke und Reststoffe aus Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA), namentlich der KVA Bazenheid und anderen Anlagen der Ostschweiz deponiert. Im Frühling 2009 wurden in Flawil die Bauarbeiten für die Etappe 2 an die Hand genommen. Diese Arbeiten werden in den nächsten Wochen abgeschlossen. Dem ZAB steht mit der Etappe 2 im Burgauerfeld neu ein Deponievolumen von rund 300'000 Kubikmetern zur Verfügung.

In der Deponie Burgauerfeld werden seit 1995 Rückstände aus Verbrennungsanlagen abgelagert. Nachdem sich die Verfüllung der ersten Deponieetappe abzeichnete, ist frühzeitig die Planung und im vergangenen Jahr der Bau der zweiten Etappe aufgenommen worden. Die Arbeiten, die ein Investitionsvolumen von gesamthaft rund 7,5 Millionen Franken ausgelöst haben, werden im Laufe des Monats Oktober abgeschlossen.

Volumen für rund 15 Jahre
Mit der Etappe 2 wird ein neues Deponievolumen von rund 300'000 Kubikmeter bereitgestellt. Dieses Volumen sollte ausreichen, um in den nächsten 10 bis 15 Jahren die in den Kehrichtverbrennungsanlagen Bazenheid und Weinfelden anfallenden Rückstände – Schlacke aus den Rostöfen und Asche aus der Wirbelschichtlinie in Bazenheid – zu lagern.

Dank eines Zusammenarbeitsvertrages mit dem Verband KVA Thurgau werden seit 2008 jährlich auch rund 10'000 Kubikmeter Schlacke aus der KVA Weinfelden ins Burgauerfeld geführt. Zusammen mit den Rückständen der KVA Bazenheid stehen deshalb jährlich rund 20'000 Kubikmeter Deponiegut für den Einbau in die Deponie zur Verfügung.

Rückgewinnung von Rohstoffen
Im Bereich der Deponien hat sich in den vergangenen Jahren ein Umdenken vollzogen. Ging es früher vor allem um die Endlagerung von Rückständen aus Kehrichtverbrennungsanlagen, so steht heute auch hier die Rückgewinnung von Roh- und Wertstoffen im Vordergrund. Mit der Metallrückgewinnungsanlage werden so aus der angelieferten Schlacke rund acht Mengenprozente an Eisen, Aluminium, Kupfer und Edelstahl mechanisch abgetrennt und in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Darüber hinaus wird die Deponie namentlich auch als Rohstofflager betrachtet und entsprechend bewirtschaftet.

So ist beispielsweise die aus der Klärschlammverbrennung anfallende Asche reich an Phosphor – ein immer knapper werdender Rohstoff der Düngerindustrie. Eine Tatsache, die zu weitsichtigem Handeln zwingt, denn Phosphor ist ein lebenswichtiger Nährstoff für Mensch und Natur. Auf der Deponie Burgauerfeld wird die Asche so gelagert, dass der darin enthaltene Phosphor bei Bedarf sowie bei geeigneten Marktbedingungen und mit geeigneter Technik wieder aus der Asche zurück gewonnen werden kann. Erste Versuche zur Rückgewinnung laufen bereits.

Im Einklang mit der Natur
Im Jahr 1990 hat der ZAB mit verschiedenen Interessengruppen eine Vereinbarung abge-schlossen welche sicherstellt, dass heimische Amphibien- und andere Tier- und Pflanzenar-ten im Burgauerfeld langfristig geeignete Lebensräume vorfinden. Dies jeweils im Einklang mit dem Deponiebetrieb. Rund um die Deponie werden neben permanenten Wasserstandor-ten laufend neue wenig bewachsene Tümpel geschaffen, die auch für Amphibienarten wie die Gelbbauchunke, der Gras- und Wasserfrosch, die Erdkröte und der Bergmolch attraktiv sind. Dadurch kann dieser Amphibienstandort von nationaler Bedeutung erhalten werden.

Ein hoher Sicherheitsstandard der Deponie, laufende Überwachungen sowie hohe Anforde-rungen bei der Annahme von Deponiegütern bietet Gewähr, dass die Deponie nach dem neuesten Stand der Technik und den gesetzlichen Vorgaben betrieben wird. Emissionen in Luft, Boden und Wasser können so auf ein Minimum reduziert werden.