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Heisswasser und wohnliche Wärme vom Dach
Die Nutzung der Sonnenenergie ist auf dem Vormarsch, dies belegen immer besser optimierte Anlagen.
Niklaus Jung
Die Toggenburger Energietage vom Wochenende galten für einmal einem Einblick in ein Vorzeigemodell für Nutzung der Sonnenenergie. Sami Hasenfratz im Grünhügel Lütisburg richtete sein neues Haus total auf Solarenergie ein. Neben Wärme für Wohnen und Heisswasser erzeugt er neu auch seinen Strombedarf selber mit Sonnenenergie. Den ganzen Samstag über fanden sich zahlreiche Interessierte zur Besichtigung der Anlagen ein.
Sami Hasenfratz ist zwar ein leidenschaftlicher Nutzer von alternativen Energien. Gleichzeitig kennt er sich aber in der Solar-Technik aus seiner früheren Tätigkeit im Anlagenbau für Sonnenkollektor überaus gut aus. Mit dem Bau seines neuen Wohnhauses auf dem Grünhügel in Lütisburg wollte er beweisen, dass die Nutzung alternativer Energien dank verbesserter Technik Sinn macht und insbesondere dem Schutz der Natur dient. Die Information in seinem Haus im Zuge der Toggenburger Energietage gestaltete sich überaus erfolgreich. Vielfach waren es Leute, welche sich den Bau eigener Anlagen überlegen.
Grosser Speicher überbrückt Schlechtwettertage Der Monat August war für Sonnenkollektoranlagen nicht der sonnigste Monat. Dennoch konnte Sami Hasenfratz am eher regnerischen Samstag seinen 25'000 Liter Heizspeicher mit 90 Grad Wassertemperatur präsentieren. Dank dem grossen Speicher reicht ein sonniger Tag für mehrere Tage Warmwasseraufbereitung oder im Winter für das Heizen der Wohnung. Seine Kollektorheizung ist im Winter mit einem Grossstück-Holzofen kombiniert. Da wird der Speicher innert Tagesfrist aufgeheizt. Zusammen mit der anfallenden Sonne heizt er sein Haus dann über 2 bis 3 Wochen ohne weitere Zugaben.
Dass die richtige Neigung der Sonnenkollektoren auf dem Dach eine grosse Rolle spielt, belegte Hasenfratz im Vergleich zum Haus seines Bruders in nächster Nähe. Eine nur 3 Grad grössere Neigung bringe seinem Bruder im Sommer deutlich mehr Wärme. Für die optimierte Nutzung der Wärme gibt sich seine Dachneigung dennoch besser. Seine Sonnenkollektoren erbringen im Winter dafür eine grössere Leistung, was der Heizperiode letztlich dienlicher ist. Für die Warmwasseraufbereitung hat er im Sommer ohnehin genug Wärme.
Dass maximale Nutzung der Sonnenenergie noch weiter geht, beweist der Bruder von Sami Hasenfratz. Er richtete sich eine Sauna ein, welche die Wärme vom Wärmespeicher der Sonnenkollektoranlage bezieht. Für Höchstwerte in der Sauna kann er notfalls noch elektrisch nachhelfen.
Solarenergie für Strombedarf Neben der Wärmegewinnung hat Sami Hasenfratz kürzlich auch eine Photovoltaik-Anlage mit 2 Kilowatt Leistung installiert. Damit kann er seinen eigenen Strombedarf vollumfänglich abdecken. Allerdings fällt der Strom bei Tag an und wird ins Netz des EW Lütisburg eingespiesen. Nachts, oder bei schlechter Witterung kann er dann seinen erzeugten Strom wieder vom EW-Netz beziehen.
Bezüglich Kosten für die Anlagen gab Sami Hasenfratz im Gespräch zu verstehen, dass diese ohne Beiträge von Kanton und Bund noch immer eine lange Amortisationszeit ergäben. Es müsse das Interesse des Betreibers ansprechen, mit solchen Anlagen der Natur einen Beitrag leisten zu können, ohne gleich im grossen Stil davon profitieren zu können. Seitens "Energie Toggenburg" könnten sie Eingaben an Kanton und Bund erfolgreich unterstützten. Ihre Erfahrungen hätten schon mehrmals beste Dienste geleistet, um an die Beiträge zu kommen und die Anlagen kostenverträglicher zu bauen.
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