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Flawil und «der zweite» Hans Vijgenboom
Es war eine Vernissage der Überraschungen im Lindengut.
Christian Jud
Das war brandneu, was der Flawiler Künstler Hans Vijgenboom zusätzlich zu seinen immer wieder überraschenden Tuschzeichnungen an der Vernissage vom Freitagabend im Ortsmuseum Lindengut den zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besuchern unter dem Motto «Experimente in die Acrylmalerei» zeigte. Die Öffnungszeiten:4.und 5., 11. und 12. und 19. September von 14 bis 18 Uhr, und am 18.September von 9 bis 12 Uhr.
Willkommen geheissen wurden die Gäste zur freitagabendlichen Vernissage vom Präsidenten des Ortsmuseum Lindengut Flawil, Urs Schärli, den es sichtbar freute, dass Hans Vijgenboom für die Ausstellung des Querschnittes seiner bedeutenden Werke das Ortsmuseum auserkoren hat. Mehr und mehr entwickle sich das Lindengut zu einer Drehscheibe der örtlichen und regionalen Bevölkerung, indem die Räumlichkeiten und die Ambiance auch der Umgebung den Lebens- und Wirkungsgrad der Bevölkerung widerspiegelt. Und im Gespräch mit Info Will Plus bekräftigte Urs Schärli:«Unser Museum nimmt sich wie der Wahrung der Vergangenheit ebenso der Gegenwart wie der Zukunft an, der schönste Beweis dafür sind die Apéros nach Hochzeiten und Taufen an diesem Ort».
Des Freundes Worte Die Laudatio zur sehenswerten Kunstausstellung hielt Benno Zoller aus Henau, ein Freund der Familie des Künstlers, und er gestand:«Auch für uns, aus dem Freundeskreis des Künstlers ist man nicht gegen die Überraschungen gefeit, die Hans Vijgenboom seit Jahr und Tag mit seiner unwahrscheinlichen Beobachtungsgabe in seine Werke einbringen kann, und so tut sich dessen Ausbruch von der Tuschzeichnung in jene der experimentellen Farbgestaltungen sowohl dem Künstler wie auch uns, seinen Zaungästen, eine ganz und gar neue und wiederum verheissungsvolle Welt auf».
Dass Hans Vijgenboom diese neue Fährte mit Farbgestaltung nicht auf Kosten seiner subtilen Tuschzeichnungen aufgenommen hat, das zeigen auch dessen neuesten Werke, in denen die Winkel und Ecken auch der «Aussenwachten» wie Oberglatt oder Burgau, Flawil als lebens- und liebenswerte Heimat aufzeigen.
Viel Zukunft Hier darf auch einmal der kommerzielle Hintergrund einer in der Freizeit künstlerisch tätigen Persönlichkeit erwähnt werden. Benno Zoller rief den gewaltigen zeitlichen Aufwand des Künstlers in seiner Laudatio in Erinnerung, die dieser in jedes seiner Werke einbringt, von dem jedes das untrügliche Gütezeichen eines Unikates trägt. Hans Vijgenboom gibt an dieser Ausstellung den Betrachten seines Schaffens einen direkten Einblick in seine Arbeitsweise, die von der Skizze auf dem Feld bis zur Fertigstellung des Werkes an seinem Arbeitstisch sein mit Akribie vorgehendes Schaffen erahnen lässt.
Es dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Hans Vijgenboom sich in seinen künstlerischen Darstellungen auch den Hinterseiten der Häuser, Höfe und Strassenzüge annimmt, wo sich grosse Teile des Alltages, dem Verkehr abgewandt, das Leben mit allen seinen Spuren und Facetten zuträgt. Mit Wäscheleinen, Kübeln und Kesseln, spielenden Kindern, aber auch mit den Schatten gebenden Bäumen, die innere heimatliche Welt aufzeigt.
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