|
Zuzwiler Feuerwehr neu eingekleidet
Früher galt die Uniform der einheitlichen Bekleidung, heute stehen die Anforderungen bezüglich möglichen Gefahren im Einsatz im Vordergrund.
Max Flammer
Kürzlich erhielt die Feuerwehr Zuzwil eine neue Einsatzbekleidung, bestehend aus halblanger Brandschutzjacke und Brandschutzhose von der Firma Hautle aus St. Gallen. Mit der neuen Ausrüstung werden hohe Schutz-Anforderungen gegen Brand-, Chemie und Temperaturen erfüllt.
Die neue Schutzkleidung ist an die neuen Nomex-Richtlinien angepasst, welche die Vorgaben bezüglich Schutz vor Gefahren im Einsatz bei der Brandbekämpfung festlegt.
Grösstmögliche Sicherheit Die Einsatzbekleidung dient der persönlichen Sicherheit jedes Angehörigen der Feuerwehr und muss den Anforderungen im Feuerwehralltag genügen. Dazu gehören vor allem Brand-, Chemie- und Unwettereinsätze, aber auch Einsätze bei Unfällen auf der Strasse. Das verwendete Material muss deshalb hohen Temperaturen und aggressiven Chemikalien widerstehen, Nässe und Kälte abweisen und dabei auch gut sichtbar im Strassenverkehr erkennbar sein. Zudem soll die Bekleidung atmungsaktiv sein und damit Wärmerückstauungen weitgehend verhindern helfen.
Die ausgewählte Einsatzbekleidung aus Nomex (Twin System) erfüllt alle diese Anforderungen, sodass die Feuerwehrleute die kommenden Einsätze wieder bei grösstmöglicher Sicherheit ausführen können.
Gemeinsame Beschaffung Die neue Einsatzbekleidung wurde zusammen mit den Feuerwehren Niederhelfenschwil und Uzwil sowie der Betriebsfeuerwehr Bühler AG beschafft. Durch die gemeinsame Beschaffung konnte der Preis tief gehalten werden. Bei der neuen Einsatzbekleidung wird auf den bisher getragenen Rohrführergurt verzichtet.
Für Selbstrettungen werden alle AdF's mit einer 180 Zentimeter langen Bandschlinge und Karabiner ausgerüstet. Die früher am Rohrführergurt mitgetragenen Gegenstände werden neu in oder an der Jacke getragen.
Was man gerade trug Die Einsatzbekleidung im heutigen Sinn gibt es noch nicht sehr lange, in den Anfangsjahren der Feuerwehr wurde darauf noch keinen Wert gelegt. Man ging zu den Einsätzen in der Kleidung, die man gerade trug. Erst im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ging man dazu über, spezielle Uniformen für die Feuerwehren einzuführen. Diese dienten jedoch nicht dem Schutz vor dem Feuer, sondern eher dem einheitlichen Auftreten der Feuerwehrleute und waren sehr militärisch ausgerichtet.
In den 1950er Jahren kamen dann die ersten Schutzanzüge zum Einsatz, welche aber noch immer nicht mit den heutigen Einsatzbekleidungen vergleichbar waren. Nach einer Reihe von Unfällen mit schweren Brandverletzungen von Feuerwehrleuten Anfang der 1990er Jahre wurden die Sicherheitsvorschriften für Einsatzbekleidungen verschärft. Daraus resultierten die modernen Einsatzbekleidungen aus hitzebeständigen Materialien wie Nomex.
Was ist Nomex? Die Verwendung des Materials basiert auf der Tatsache, dass Nomex nicht schmilzt, nur gering fügig schrumpft und wenig Wärmeleitfähigkeit besitzt. Diese Eigenschaft schützt vor Stichflammen wie sie Feuerwehrleute und Mitarbeiter von Rettungsdiensten bei ihrem Einsatz immer wieder erleben. Auf diesem Gebiet hat Nomex seit langem Massstäbe gesetzt.
Weil Schutzbekleidung häufig in feuer- und explosionsgefährdeten Umgebungen getragen werden muss, ist es wichtig, dass durch die Kleidung keine Funkenbildung entsteht. Nomex DeltaA ist permanent antistatisch ausgerüstet und behält diese Eigenschaft auch nach dem Waschen bei. Diese Schutzanzüge sind besonders in Umgebungen geeignet, in denen Explosionsgefahr herrscht.
|
|