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St.Gallen/Region: 11.08.2010
Linus Brändle ist Stellenleiter der Fachstelle für kirchliche Jugendarbeit: "Es gibt viele Parallelen zwischen der Firmung und dem Klettersport; „Ständig neue Herausforderungen, die sich im Sport und im Leben stellen, das nötige Vertrauen in die Mitmenschen sowie das Durchhaltevermögen, um den teilweise schwierigen Weg zu bewältigen“.
Linus Brändle ist Stellenleiter der Fachstelle für kirchliche Jugendarbeit: "Es gibt viele Parallelen zwischen der Firmung und dem Klettersport; „Ständig neue Herausforderungen, die sich im Sport und im Leben stellen, das nötige Vertrauen in die Mitmenschen sowie das Durchhaltevermögen, um den teilweise schwierigen Weg zu bewältigen“.

Klettern und Kirche?
Klettern, jung, modern, dynamisch – dafür soll die Katholische Kirche und die Firmung ab 18 stehen.
Sabine Rüthemann
Mit einem Öffentlichkeitsauftritt unter dem Thema „My next level“ macht die Katholische Kirche auf sich aufmerksam. Nebst der Produktion einer grossen Plakatkampagne, die ab September im Einzugsgebiet des Bistums St.Gallen zu sehen wird, wurde auch ein Kinospot gedreht.

Es gebe viele Parallelen zwischen der Firmung und dem Klettersport, meint Linus Brändle und zählt gleich drei auf: „Ständig neue Herausforderungen, die sich im Sport und im Leben stellen, das nötige Vertrauen in die Mitmenschen sowie das Durchhaltevermögen, um den teilweise schwierigen Weg zu bewältigen“. Brändle ist Stellenleiter der Fachstelle für kirchliche Jugendarbeit, DAJU, welche vor rund einem Jahr den Auftrag erhielt, die Firmung ab 18 im Bistum St.Gallen bekannt zu machen.

Aus konservativem Muster heraustreten
Zusammen mit fünf jungen Menschen wurden in Workshops Ideen für einen modernen, packenden Öffentlichkeitsauftritt gesucht. Schliesslich wurde der Leitsatz „My next level“ bestimmt, unter dem die ganze Kampagne nun steht. „My next level“ deshalb, weil die meisten Jugendlichen stets nach vorne gerichtet sind, einen Schritt weiterkommen möchten. Eben das nächste Level erreichen wollen.

Aus dieser Kernidee ist schliesslich auch das Thema des Auftritts entstanden, das Klettern. Jung, modern, dynamisch – dafür soll die Katholische Kirche und die Firmung ab 18 stehen und damit aus dem eher konservativen Muster ausbrechen.

Kritikfähige Kommunikationskampagne
Innerhalb nur einer Nacht wurde das Rohmaterial für die verschiedenen Kommunikationsinstrumente produziert: Foto- und Filmmaterial für diverse Drucksachen, einen Werbespot und einen kurzen Infofilm. Während rund zwölf Stunden hat die 10köpfige Crew in der Kletterhalle in Winkeln immer und immer wieder die Szenen durchgespielt, bis jeder Take und jedes Foto im Kasten war. Linus Brändle ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Bei den Jungen wird das Resultat bestimmt gut ankommen, da sich die meisten mit der Kletterin auf dem Foto identifizieren können.

Natürlich wird es auch Kritiker geben, allen kann man es schliesslich nie recht machen.“ Und das ist auch gut so. Die Kampagne soll Diskussionen anregen und vor allem Neugier erwecken, damit die Jugendlichen die Website besuchen und sich dort über die Firmung ab 18, deren Zielen
und Inhalten informieren können.

Stimmen zum Ertrag der Firmwege
Einige ausgewählte Statements von Firmandinnen und Firmanden zum Ertrag des besuchten Firmwegs. Die Aussagen stammen Rapperswil, Flawil und Rorschach.

Wenn du jetzt auf den bisherigen Firmweg zurückblickst, was hat er dir gebracht? Was kannst Du daran empfehlen?
Carmine,Heizungsmonteur, Fussballer U18 FC St. Gallen, Flawil
I ha uf em Firmweg Sache gmacht, wo mer sösch im Alltag niä macht. Ich ha mi selber besser kennä glernt und mini Iistellig zum Glaubä hät sich vertüüft.

Christian,Politechniker, Flawil
Ich weiß jetzt auf jeden fall mehr wie vorher. Irgendwie bin ich durch den Firmweg dem Erwachsenenalter ein bisschen näher gekommen. Wenn ihr Spass haben wollt, eurem Glauben näher kommen möchtet, 90min. für euch ganz alleine in der Natur haben und mehr über den Glauben wissen wollt, dann ist es eine „Pflicht“ den Firmweg zu machen.

Raphael Kantonsschüler 4. Jahr, Flawil
Ich wäre nun auf schwierige Situationen, wie einen Tod eines Bekannten oder über die Entscheidung über eine Abtreibung besser vorbereitet. Man lernt, wie man sich in solchen Situationen zu Recht findet. Ebenfalls konnte man wieder tolle Kontakte knüpfen. In Assisi merkt man, wie es ist ein christliches Leben zu führen, wie es Franz von Assisi gemacht hat. Man ist erstaunt, wie hart und doch erfüllt dieses Leben ist.

Es ist einfach eine tolle Erfahrung, die man im Leben gemacht haben sollte. Man lernt vieles und hat dabei auch noch Spaß. Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke muss ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war den Firmweg zu machen.

Tun, Automobilfachmann, Flawil
Ich bin viel Verantwortungsbewusster geworden und kann zu meinen Fehlern stehen.
Es ist ein sehr gutes Erlebnis. Jeder sollte es einmal erleben. Es hat sehr viel gebracht, man lernt zu seiner eigenen Meinung zu stehen.

Philipp Detailhandelsangestellter, Flawil
Ich habe mich mehr mit dem Glauben auseinandergesetzt und mir allgemein mehr Gedanken über Leben und Tod gemacht. Auf dem Firmweg sind alle offen für Glaubensfragen. In einem einem Verein hingegen spricht niemand / traut sich niemand über dieses Thema zu sprechen.

Marc Flawil
Ich habe vieles dazugelernt, viel über mich und mein Leben nachgedacht und kann auch einmal über meinen Schatten springen.
Der Firmweg ist ein tolles und unvergessliches Erlebnis. Ich habe mich besser kennen gelernt und ich habe erlebt, dass man gemeinsam viel erreichen kann.

Marina Maturandin, Rorschach
Wir hatten interessante Diskussionen. Es war sehr lustig, eine gute Atmosphäre und doch ernsthaft.

Livia Maturandin, Rorschach
Es waren schöne Stunden. Das Engagement Engagement und die Flexibilität der Leitenden hat mir sehr gefallen. Ich habe viel gelernt und viele neue Fragen gefunden!

Was hat Dir der Firmweg bezüglich Glaube gebracht?
Mimi (Mimosa), 18, Verkäuferin, Rapperswil
Ich finds lässig, dass mir i däm Firmkurs die Möglichkeit händ, mit andere über oisen Glaube is Gspröch z`cho. In oisere Gruppe häm mir über Theme gsproche, wo mir als Jugedliche susch nöd eso drüber redet: Über Gott, über oisen Glaube und über oises Läbe. Ich ha d` Hoffnig, dass ich mich wäge dem echlii meh mit mim Glaube usenand sätze.

Daniella, 20, Coiffeuse, Rapperswil
Für mich isch es ganz wichtig, dass ich als Erwachsni gfirmt werd. Denn es isch es erschti mal, dass ich allne cha zeige, dass ich mich sälber für min Glaube entschiede ha. Niemat hät mich chönne zwinge oder überschnorre. Es isch meini Entscheidig. Ich wott gfirmt wärde. Vo dä Firmig sälber erhoff ich, dass ich no feschter mit mim Glaube verbunde bin.

Marjana 18, Detaillhandelassistentin, Rapperswil
Ich lasse mich firmen, weil ich es selber wollte und weil ich mich ganz für diesen Glauben ntschieden habe.

Am Firmkurs gefällt mir, dass wir miteinander über unseren Glauben reden und dass wir auch mal hören, was eigentlich die anderen darüber denken.

Debby (Deborah), 18, KV, Rapperswil
Ich glaube, dass jeder Mensch, der auf der Welt ist, eine besondere Aufgabe hat, die er erfüllen muss. Eine der wichtigsten Aufgaben ist, dass man mit der Familie klar kommt, in die man reingeboren wird und dass man lernt, im Leben glücklich zu sein.