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Niederhelfenschwil: 16.08.2010
Die Helfer präsentierten dem zahlreichen Publikum das 3X3m grosse Schnitzelfleisch.
Die Helfer präsentierten dem zahlreichen Publikum das 3X3m grosse Schnitzelfleisch.

200 Kilo Schnitzel am Stück frittiert
Der Weltrekordversuch zog viel Publikum an.
Ernst Inauen
Der attraktiv gestaltete Weltrekordversuch am Dorffest in Niederhelfenschwil ist mindestens mengenmässig gelungen. Die Organisatoren Adler-Metzg und der MC Niederhelfenschwil zogen am Samstag ein 200 Kilo schweres Schnitzel aus der eigens für diesen Anlass angefertigten Chromstahlpfanne.

Der Event stiess auf ein grosses Echo. Gegen 800 Besucher und Besucherinnen verfolgten am Samstagabend den Rekordversuch. Parkierte Autos bis über die Dorfgrenzen hinaus zeigten, dass der Festanlass auch viele auswärtige Zaungäste anlockte. Sie erlebten einen minutiös vorbereiteten und attraktiv gestalteten Abend und dies dank zahlreicher Sponsoren erst noch gratis.

Der kurz nach Beginn der Veranstaltung einsetzende Regen verminderte die Stimmung nicht, gab es doch neben dem Festzelt genügend Sitzmöglichkeiten in der Turnhalle. Dort unterhielt nach dem spannenden Rekordversuch eine Live-Band, während in einem separaten Barzelt ein DJ für musikalische Unterhaltung und Stimmung sorgte.

Eingespieltes Team
Pünktlich um 18 Uhr führte Metzgermeister Philipp Krucker das neun Quadratmeter grosse Schnitzel auf den Festplatz beim Primarschulhaus. Zehn starke Männer trugen die grosse Holzplatte mit dem Fleischstück ins Festzelt. Das eingespielte Team bereitete sich intensiv auf seinen Einsatz vor. Mit einer gewürzten Eiermasse bestrichen die Helfer das neun Quadratmeter grosse Schnitzel und belegten es mit Paniermehl.
Mit einer zweiten Holzplatte wurde das Riesenschnitzel abgedeckt und verschraubt, um für das Panieren der zweiten Seite gekehrt werden zu können. In der grossen Chromstahlpfanne heizten in der Zwischenzeit sechzehn Gas-Ringbrenner die 400 Liter Frittieröl auf eine Temperatur von 175 °C auf. Vier Feuerwehrkaderleute waren zur Gewährleistung der Sicherheit vor Ort. Ebenso standen zwei Samariterinnen Pikett. Ausser drei Hitzekollapsen hatten sie jedoch keine weiteren Einsätze zu vermelden.

Schwerarbeit für Helfer
Nun folgten die grössten Herausforderungen des Events. Gelingt es, das Schnitzel schadlos von der Holzplatte in die Pfanne und nach dem Frittieren wieder hinaus zu befördern, stellte sich die Frage. Obwohl im Vorfeld verschiedene Szenarien besprochen und teilweise geübt wurden, wollte das Vorhaben in den ersten Versuchen nicht gelingen. Erst nach dem Lösen mit einem Chromstahldraht und sorgfältigem Einsatz von Rechen und anderen Hilfsgeräten gelang es, das Riesenschnitzel ins Öl zu schieben.
Nach einigen Minuten war nochmals der Grosseinsatz des Helferteams gefordert. Es galt das frittierte Fleisch wieder möglichst sorgfältig aus dem Öl zu ziehen. Unter Anfeuerung und Applaus des Publikums gelang dies nach einer guten Stunde. Allerdings war eine Messung der Dimension nicht mehr möglich, weil das Fleischstück etwas zusammengeschoben und angerissen war.

Umfassend dokumentiert
Die Aktion wurde laufend von Speaker Kurt Krucker kommentiert. Er stellte die Vertreter der drei Hauptsponsoren Raiffeisenbank Niederhelfenschwil, SM Metalbau Zuzwil und Suttero - Ernst Sutter AG Gossau vor, die den Anlass zusammen mit weiteren 40 Sponsoren ermöglichten. Speziell begrüsste er Gemeindepräsident Lucas Keel und Ratsschreiber Philipp Hengartner, die den Weltrekordversuch amtlich bestätigen mussten.
Aus den Informationen ging hervor, dass auch der zertifizierte Waagmeister Felix Sulser aus Herisau und Filmer und Fotografen eine wichtige Funktion für die Dokumentation des Events ausübten. Drei Tage sei er ebenfalls für den Weltrekordversuch im Einsatz gestanden, bestätigte der Fleischtechnologe Karl-Albert Leber aus Bern. Der Spezialist war für das Zusammenkleben der einzelnen Fleischstücke und für die Panade zuständig.

Rekordgewicht
In Abwesenheit eines Delegierten der Guiness-Institution (aus Kostengründen) müssen nun amtlich bestätigte Protokolle, Filme und Berichte nach London übermittelt werden, um einen möglichen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde zu veranlassen. Der bisherige Rekordeintrag einer Österreicher Gruppe liegt bei 23,1 Kilo. Ein weiterer Rekord in Deutschland ohne Eintrag liegt bei 99,5 Kilo.
Die elektronische Messung des frittierten Fleischstücks in Niederhelfenschwil ergab ein Gewicht von 200,9 Kilo, sodass der Weltrekordversuch von Seiten der Veranstalter und der Amtspersonen als gelungen beurteilt wurde. Die vor dem Frittieren gemessene Dimension von neun Quadratmeter konnte im frittierten Zustand nicht gemessen werden. Für den Weltrekordversuch wurden die Eckstücke (Stotzen) von 60 Schweinen verwendet. Etwa 25 Kilo Eier-Gewürzmasse und 50 Kilo Paniermehl waren für die Panade nötig.
400 Liter Frittieröl wurden in der Chromstahlpfanne mit 16 Brennern aufgeheizt.<br><br><br><br><br><br><br><br>
400 Liter Frittieröl wurden in der Chromstahlpfanne mit 16 Brennern aufgeheizt.









Das Fleisch erhielt beidseitig einen Anstrich mit 25kg Eiermasse.<br><br><br><br><br><br><br><br>
Das Fleisch erhielt beidseitig einen Anstrich mit 25kg Eiermasse.









Die Vertreter der Hauptsponsoren mit den Initianten Philipp Krucker, links, und Jonny Jung, rechts. <br><br><br><br><br><br><br><br>
Die Vertreter der Hauptsponsoren mit den Initianten Philipp Krucker, links, und Jonny Jung, rechts.









Das Wenden des eingeklemmten Schnitzels erfolgte mit Muskelkraft.<br><br><br><br><br><br><br><br>
Das Wenden des eingeklemmten Schnitzels erfolgte mit Muskelkraft.









Speaker Kurt Krucker beim Interview mit Gemeindepräsident Lucas Keel und Ratsschreiber Philipp Hengartner.
Speaker Kurt Krucker beim Interview mit Gemeindepräsident Lucas Keel und Ratsschreiber Philipp Hengartner.

Die 10 Helfer trugen das 150kg schwere Fleischstück in das Festzelt.
Die 10 Helfer trugen das 150kg schwere Fleischstück in das Festzelt.

Das Einschieben des vorbereiteten Riesenschnitzels erwies sich als nicht einfach.
Das Einschieben des vorbereiteten Riesenschnitzels erwies sich als nicht einfach.

Beim dritten Anlauf klappte es.
Beim dritten Anlauf klappte es.

Im heissen Öl wurde das Schnitzel 10Min. frittiert.
Im heissen Öl wurde das Schnitzel 10Min. frittiert.

Der Fleischtechnologe Karl-Albert Leber trug wesentlich zum Erfolg bei.
Der Fleischtechnologe Karl-Albert Leber trug wesentlich zum Erfolg bei.

Gespannt verfolgten Roland Isler, Felix Sulser und Lucas Keel das Auftragen der Panade.
Gespannt verfolgten Roland Isler, Felix Sulser und Lucas Keel das Auftragen der Panade.

Nach dem erfolgreichen Einsatz präsentierte sich das Helferteam in der Turnhalle.
Nach dem erfolgreichen Einsatz präsentierte sich das Helferteam in der Turnhalle.

4 Feuerwehr-Kaderleute waren für die Sicherheit verantwortlich.
4 Feuerwehr-Kaderleute waren für die Sicherheit verantwortlich.