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„Rondom de Säntis“
Am Wochenende konnte sich in Niederhelfenschwil Gross und Klein in die Welt der Märchen versetzen lassen.
Vroni Krucker
Die Märlikarawane „Rondom de Säntis“ von Gerold Huber machte am Wochenende Halt in Niederhelfenschwil und bildete einen charmanten Gegensatz zum ebenfalls auf dem Schulhausareal stattfindenden Schnitzelrekord-Versuch.
Einen märchenhaften Anblick bieten die kleinen, in Pastellfarben gehaltenen Schlafwagen. Sie kommen aus der ehemaligen DDR, zwei davon können als Hotel mit Breakfast gemietet werden. Gerold Huber ist in Niederhelfenschwil kein Unbekannter. Vor Jahren unterrichtete der ausgebildete Primarlehrer während einigen Wochen im Dorf. Seinen Märliwagen brachte im letzten Herbst an den Zuckenrieter Dorfmarkt. Nach einigen Jahren als Journalist suchte er eine neue Herausforderung. Als Lehrer und „Schreiberling“ stehen ihm Erzählungen nahe – und so tingelt er jetzt mit der Märlikarawane durch die Ostschweiz, unterstützt von zahlreichen Helferinnen und Helfern, für deren leibliches Wohl Ernst Schneider besorgt ist.
Vielseitig, geheimnisvoll Gerold Huber hat mit dieser Märlikarawane einen Traum verwirklicht. „Es war einmal......“, so beginnen die Märchen – „jetzt ist es so......“ kann der Initiator sagen. Märchen sind wieder in – im Märliwagen werden sie lebendig, nehmen durch die Erzählerinnen Gestalt an. Sie sind vielseitig, sprechen von Liebe und Trauer, Leben und Tod, Schmerz und Glück, Freundschaft und Eifersucht und enden meistens mit einem Happy-End! In Niederhelfenschwil drängten sich die Kinder und Eltern in den Märliwagen, vergassen den Alltag und lebten für kurze Zeit in einer andern Welt. Erwachsene lieben diese wundersamen Erzählungen ebenso. Auch daran hat Gerold Huber gedacht und bietet entsprechende Geschichten und spezielle Vorstellungen an.
Unkonventionell Seine Liebhaberei war ihm einiges wert. Zunächst hat er alte Zirkus- oder Ausstellerwagen gesucht und angeschafft – einer hat bereits hundert Jahre auf den Rädern. Arbeitsintensiv wurden sie restauriert und zu kleinen Bijous gestaltet. Zwischen den Wagen spazieren drei zahme Hühner und sorgen für die Frühstückseier der Crew. Welche das viel bestaunte goldene Ei legt, ist allerdings ein Geheimnis. Zudem können sich die Kinder schminken lassen oder dem Zaubervelo Musik entlocken.
Idealismus Gerold Huber liebt das unkonventionelle Leben – und dafür gibt er vieles. Mit dem Geld, das er in die Karawane investiert hat, könnte er sich auch Luxus leisten, aber das liegt dem Idealisten nicht. Er ist sich allerdings bewusst, dass die Karawane keine Lebensaufgabe ist, sondern ein Abschnitt auf seinem ganz persönlichen Lebensweg – ein Abstecher in die Romantik, in die Welt, wo gut und böse noch gerecht verteilt sind. „Hätte ich eine Familie, könnte ich mir das gar nicht leisten“, erklärte er. Durch dieses Unternehmen hat er dafür eine grosse Familie mit Kindern und Erwachsenen bekommen – und was die Zukunft bringt, liegt noch in den Sternen.
Nähere Angaben zur Tour unter www.maerlikarawane.ch
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