 |
Schwerpunkte der Integrationsarbeit im kommenden Jahr
Die Vernetzung mit wichtigen Akteuren in der Verwaltung und in der Migrationsbevölkerung und der Abschluss der Leistungsvereinbarung mit dem Kanton stand in der Einstiegsphase im Vordergrund.
sk
Der Parlamentsbeschluss zum Vollzugsbeginn des Integrationsleitbildes der Stadt Wil ist seit dem 1. August 2008 in Kraft. Darin wurde eine Pilotphase von drei Jahren definiert. Das Stadtparlament hat für diese Pilotphase einen jährlichen Rahmenkredit von 250'000 Franken für Personal- und Sachaufwand, Beiträge an integrationsfördernde Projekte und Veranstaltungen von Dritten sowie für projektbezogene Kosten genehmigt. Entsprechende Schwerpunkte wurden nun festgelegt.
Die erste Integrationsbeauftragte der Stadt Wil, Natali Velert, nahm ihre Tätigkeit Ende Juli auf.
Einstieg mit Definition der Schwerpunkte Im Zentrum der ersten drei Monate stand neben der Vernetzung mit wichtigen Akteuren in der Verwaltung und in der Migrationsbevölkerung auch der Abschluss der Leistungsvereinbarung mit dem Kanton bezüglich des Regionalen Kompetenzzentrums für Integration. Diese regionale Fachstelle fungiert als Zweigstelle der kantonalen Integrationsförderung und übt primär die Funktion als Informationsdrehscheibe und Wissenszentrale aus.
Als dritte Aufgabe in den Startmonaten konnte die Definition der Schwerpunkte des Jahres 2009 für die Stadt Wil mit den entsprechenden Projektanträgen angegangen werden. Sämtliche dafür beim Kanton St. Gallen eingereichten Mitfinanzierungsanträge wurden zwischenzeitlich genehmigt. An der ersten Sitzung der Wiler Integrationskommission am 30. Oktober 2008 wurden drei Schwerpunkte präsentiert, besprochen und genehmigt.
Fokus auf Sprachförderung Im kommenden Jahr liegen der inhaltliche Fokus der Integrationsarbeit in der Stadt Wil somit einerseits in der Sprachförderung und andererseits in der Förderung Vorschulpflichtiger. Einen dritten Schwerpunkt bilden die Öffentlichkeitsarbeit und Information über die Angebote und Leistungen. Für diese drei Schwerpunkte hat der Stadtrat im Voranschlag 2009, der an der Dezember-Sitzung im Stadtparlament behandelt wird, 116'000 Franken eingestellt.
Im Auftrag der Stadt Wil wird der Kursanbieter BILANG ab Februar 2009 sechs subventionierte Sprachkurse für Erwachsene durchführen. Es handelt sich dabei um zwei Abendkurse, zwei Kurse für Mütter mit Kinderbetreuung, einen Intensivkurs mit Kinderbetreuung und um einen Kurs, der sich speziell an schichtarbeitende junge Männer wendet. Die Kosten werden zu einem Drittel durch den Rahmenkredit Integration der Stadt Wil, zu einem Drittel durch den Kanton St. Gallen (Integrationskredit des Bundes) und zu einem Drittel durch die Teilnehmenden getragen.
Grundsatz Frühförderung Es gilt heute als erwiesen, dass die ersten Weichen für den Schulerfolg im Vorschulalter gestellt werden. Die Förderung der Kinder muss entsprechend früh ansetzen, gerade bei Kindern mit Zweitsprache Deutsch, aber auch bei Schweizer Kindern aus benachteiligten sozialen Verhältnissen. Der zweite Schwerpunkt der Wiler Integrationsarbeit ist deshalb auf diesen Bereich ausgerichtet.
In einem mehrjährigen Prozess möchte das Projekt die Frühförderung koordiniert und unter möglichst einheitlichen Qualitätskriterien angehen. Die Wiler Integrationsbeauftragte Natali Velert sucht hierfür die Zusammenarbeit mit den Institutionen der Frühförderung und den Angeboten der familienergänzenden Betreuung.
Frühförderung in Spielgruppen Zugleich werden in diesem Schwerpunkt die Eltern durch interkulturelle VermittlerInnen, welche Zugang zu den Eltern finden, sowie durch Informationsveranstaltungen über die Wichtigkeit der Frühförderung sensibilisiert und informiert. Ein darauf aufbauendes Elternbildungsangebot soll die Eltern darin bestärken, ihre Kinder angemessen zu fördern.
Zentrale Ziele des Projektes sind die Stärkung der Eltern bei der Förderung ihrer Kinder im Alltag und die Erhöhung der Anzahl Kinder mit Zweitsprache Deutsch in den Angeboten der familienergänzenden Betreuung (Spielgruppen, Kinderkrippen usw.). Das Projekt wird zu zwei Dritteln durch den Rahmenkredit Integration der Stadt Wil und zu einem Drittel durch Bundes- und Kantonskredite finanziert.
Information Der dritte Schwerpunkt stellt die Information der Migrationsbevölkerung ins Zentrum. Zugewanderte bewegen sich in einem neuen Umfeld und in einer ihnen unvertrauten Gesellschaft. Angemessene Informationen zu Alltagsthemen wie Wohnen, Arbeit, Deutschkurse usw., aber auch über die Rechte und Pflichten in der Stadt Wil sollen dazu beitragen, dass Neuzugezogene sich rascher orientieren und integrieren.
Die Stadt Wil nimmt aus diesem Grund am Projekt «conTAKT-net.ch» teil. Das Projekt wurde vom Migros-Kulturprozent lanciert und wird in Zusammenarbeit mit dem Kanton St. Gallen umgesetzt. Dabei werden Gemeinden beim Aufbau einer alltagspraktischen Informationswebseite unterstützt. Die Stadt Wil gehört zu den ersten zehn Gemeinden im Kanton St. Gallen, die am Projekt teilhaben, und erhält deshalb einen Projektbeitrag vom Kanton St. Gallen.
Mitfinanzierung von integrationsfördernden Veranstaltungen und Aktivitäten Der im Voranschlag 2009 eingestellte Rahmenkredit Integration der Stadt Wil sieht vor, dass Aktivitäten aus der Bevölkerung, welche einen Beitrag zum Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten leisten, im Rahmen von insgesamt maximal 20'000 Franken unterstützt werden. Eingereichte Mitfinanzierungsanträge müssen einen Projektbeschrieb und ein Budget beinhalten.
Gesuche um finanzielle Unterstützung von Veranstaltungen und Projekten unter Fr. 2’000.- können jederzeit eingereicht werden und werden laufend beurteilt. Über Gesuche um finanzielle Unterstützung von Veranstaltungen und Projekten über Fr. 2’000.- entscheidet die Integrationskommission der Stadt Wil. Die Projektanträge werden vier Mal im Jahr beurteilt. Der nächste Eingabetermin ist der 29. Dezember 2008. InteressentInnen wenden sich bitte direkt an die Fachstelle Integration der Stadt Wil unter Telefon 071 913 52 98 oder via Mail an integration@stadtwil.ch. (sk.)
Die Integrationskommission der Stadt Wil In der zehnköpfigen Integrationskommission der Stadt Wil sind die fünf Fraktionen des Stadtparlamentes vertreten, des weiteren nehmen die Religionsgemeinschaften, die Migrationsbevölkerung und die Wirtschaft Einsitz. Vorsitzender der Kommission ist Stadtpräsident Bruno Gähwiler. Die Kommission tagt vier Mal im Jahr. Sie begleitet die Umsetzung des Wiler Integrationsleitbildes und entscheidet über Projektanträge von Dritten.
|
 |