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| Noch hat das Konzert nicht begonnen: Sängerinnen des Damenchors warten auf den Konzertbeginn. |
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| Diesem Quartett ist es noch ums Lachen, doch die Nervosität steigt… |
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| Hansjürg Näf erfreute das Publikum mit zwei solistischen Einlagen, hier mit dem „Grüezi“ aus der Niederdorfoper von Paul Burkhard. |
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| Mit erleichtertem Tenue und rassigen Liedern: Der Männerchor Frohsinn zeigte verschiedene Facetten seines Repertoires. |
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| So ein Schal putzt heraus: Der Damenchor sang Tiritomba, tiritomba, einen altehrwürdigen Ohrwurm. |
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| Toni Kaufmann fesselte als „Rattenfänger von Hameln“ mit ausdrucksstarker Gestaltung... |
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| ... und zeigte aufs Allerschönste, dass Musik jung erhält und gute Laune bringt – und zwar nicht nur ihm, sondern auch den Zuhörenden! |
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| Elmar Bühler sind die Schlagzeugschlegel sprichwörtlich angewachsen: Er bringt immer den richtigen Rhythmus – mal laut und fetzig, dann wieder leise, gar nur noch flüsternd – zum Gesang seiner Kollegen. Zwischendrin singt er auch im Chor mit. |
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| Ferenc Petrik singt hier ein ungarisches Lied, allerdings diesmal auf Deutsch. Sein heller, schöner Tenor, fein und klar, begeisterte das Publikum, so wie immer… |
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| Anahit Balyan spürte der russischen Seele nach, bis in die Zehenspitzen ganz im Lied versunken, mit glockenklarer Stimme und damit richtiggehend Hühnerhaut erzeugend. |
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| Werner Baumgartner, langjähriger Männerchordirigent, zeigte augenfällig, dass ihm die ganze Sache trotz Verletzungspech grossen Spass macht. |
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| Männerchorpräsident Felix Grünenfelder-Schout dankte Fritz Buchschacher für dessen interessante, sportlich und musikalisch aussagekräftige Moderation. Blumig waren allerdings nur die Worte, das Präsent dagegen kam in flüssiger Form, wie für Männer (meistens) üblich. Falsch liegt allerdings, wer da Wein vermutet, es war nämlich Olivenöl. |
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Musikalische Reise durch Europa
Frühlingskonzert von Damenchor Oberuzwil und Männerchor Frohsinn
02.05.2008, Annelies Seelhofer-Brunner
Obwohl am vergangenen Samstag gleich mehrere Grossanlässe im Raume Uzwil stattfanden, durften die beiden Chöre sich doch über einen vollen Saal freuen. Und niemand musste sein Kommen bereuen!
Moderation auf zwei Schienen Der Moderator, Frohsinn-Anhänger Fritz Buchschacher, brachte das Motto EUROPA mit der Fussball-Europameisterschaft „Euro 08“ in Zusammenhang und erzählte praktisch zu jedem Lied eine fussballerische Anekdote. Den Schweizern gab er zwar keinen allzu grossen Kredit, zeigte aber mit seinem sportlichen Auftritt, dass ihm Fussball am Herzen liegen muss. Zu jedem Lied gab er ausserdem erhellende Einführungen, so dass die Europareise auch zu einer Bildungsreise wurde. Später änderte er gar sein „Outfit“ und trat mit rotweiss-gestreiftem Hemd auf.
Nach dem Eingangslied mit dem Solo von Hansjürg Näf und Werner Baumgartner am Klavier begann das Konzert. Mit dem Gassenhauer „Bella Musica“, seinerzeit von Nella Martinetti getextet und am Grand Prix der Volksmusik als Gewinnertitel hervorgegangen, stellte sich der Männerchor auf fetzige, rassige Weise vor. Vermutlich hätten die meisten im Publikum mitsingen können, derart bekannt ist das Lied. Doch der Titel hat auch so seine rhythmischen Tücken…
Solisten Seit langer Zeit gehört es dazu, dass Hansjürg Näf einige Titel als Solist darbietet, kabarettistisch aufbereitet. Diesmal war es ihm leider nur beschränkt möglich, aufzutreten, weil seine Gesundheit es nicht zuliess. Doch den „Chäreli Mitrailleur“ und als Eingangslied das „Grüezi“ der Wirtin aus der kleinen Niederdorfoper von Paul Burkhard durfte das Publikum trotzdem geniessen, verdankte dies auch mit grossem Applaus. Mit dem Chor mitsingen war ihm aber leider nicht möglich. Toni Kaufmann, mit seiner markanten Bassstimme für gewisse Lieder geradezu prädestiniert, erfreute mit dem „Rattenfänger von Hameln“ und „Pigalle“, welches Bill Ramsey, der Mann mit der Reibeisenstimme, in den Sechzigerjahren zum Welthit gemacht hatte. Ferenc Petrik dagegen sang sich mit feiner, wunderschön tragender Stimme mit einem Lied von Karel Svoboda, „Was damals war“, in die Herzen des Publikums. Die Dirigentin des Damenchors, Anahit Balyan, betörte mit glasklarer Sopranstimme und zwei östlichen, in Originalsprache – armenisch und russisch – gesungenen Liedern. Es war ganz reizvoll, nur dem Gesichtsausdruck und der Stimmführung nach auf den Inhalt der gesungenen Geschichte zu tippen. Das armenische Lied „Alagjas“ mutete sehr orientalisch an, mit vielen Glissandi, liess das Bild von geheimnisvollen, verschleierten Frauen in weissgetünchten Höfen aufsteigen. Anahit Balyan legte sehr viel Seele in ihren Gesang, was das Publikum stark berührte. Hierzulande wird Europa oft nur mit den umliegenden Ländern gleichgesetzt, doch dieses Liederprogramm zeigte, dass Europa eben mehr als diese enge Sicht beinhaltet.
Ärztlichem Verbot getrotzt Werner Baumgartner hätte eigentlich gar nicht Klavierspielen dürfen, trat er doch mit dickverbundenen Fingern und gar gequetschten Rippen auf. Dies war eine Steigerung gegenüber letztem Jahr, wo er erst gebrochene Finger zu beklagen gehabt hatte… Dem Klang und geläufigen Klavierspiel tat dies keinen Abbruch, und ohne Erwähnung durch Felix Grünenfelder, Präsident, hätte es vermutlich niemand gemerkt. Wie immer begleitete Werner Baumgartner genau abgestimmt auf das jeweilige Lied, unten spielte „es“, oben nickte der Kopf der Sängerschar zu, alles schien ganz leicht zu gehen. Das Publikum dankte auch ihm mit langem Applaus. Ja, Klavierspielen sollte man können!
Sehr abwechslungsreiches Programm Schon der Auftritt der beiden Chöre war eine Augenweide. Einheitliche Kleidung zeigt die Verbundenheit eines Chores ganz besonders augenfällig an. Die Damen des Damenchors hatten sich speziell hübsch gemacht. Mit luftigen Schals, aufsteigend von ganz hellem Orange zu tiefem Rot, und schwarzer Kleidung zeigten sie Lebenslust und natürlich auch Freude am Singen. Gassenhauer wechselten mit eher unbekannten Stücken ab, einmal wurde a capella gesungen, dann gab Elmar Bühler auf sehr dezente, aber äusserst effektvolle Weise mit dem Schlagzeug manchen Liedern zusätzlichen Schwung - sogenannten Drive -, hie und da sogar noch mit Handorgelklängen von Toni Kaufmann "angereichert".
Europa ist gross Erst blieben die Chöre mit ihren Liedern eine Weile in der Schweiz, schliesslich gibt es ja hierzulande schon mindestens vier Landeskulturen. Über Italien uns Spanien wurde der Bogen zu Hamburg und Amsterdam mit seinen Tulpen geschlagen, um dann wieder „Griechischen Wein“ zu trinken, und dies registerweise. Denn einmal sangen die Bässe, dann wieder die Tenöre, so dass es ganz abwechslungsreich tönte, obwohl der Gesang teilweise einstimmig war. Sehr schön interpretierte der Männerchor den „Ungarischen Tanz Nr.5“ von Johannes Brahms, ausgefeilt bis ins Detail und von Werner Baumgartner wunderbar klaviermässig unterlegt. Hier brandete der Applaus richtiggehend auf!
Damenchor Die eher niedere Decke des Kirchgemeindehauses kommt einem Frauenchor nicht unbedingt entgegen. So mussten die hohen Töne teilweise mühsam erkämpft werden, fanden etwas zu wenig Platz. Aber dank dem Bühnenvorbau konnten dafür alle Freunde der beiden Chöre jede einzelne Person sehen. Werner Baumgartner begleitete auch den Damenchor auf sehr feinfühlige Weise. Optisch boten die Damen einen Genuss erster Güte. Am Schluss sangen die vereinigten Chöre – die kaum Platz fanden auf Bühne und vorgelagerten Elementen – ein Wienerlied von Michael Zierer und als krönenden Abschluss den Radetzkimarsch, fast wie am traditionellen Neujahrskonzert des ORF. Und auch in Oberuzwil klatschen alle begeistert mit, wenn die entsprechenden Stellen kamen.
Hinter den Kulissen So ein Konzert braucht sehr viel Vorbereitung und Leute, die mithelfen. Auf dem Vorplatz war ein Zelt aufgestellt, wo man freundlich begrüsst wurde, bereits etwas trinken konnte und sofort merkte, dass ein Fest bevorstand. Im Foyer des Kirchgemeindehauses wurde ein Apéro angeboten und in der Pause mit Brötchen und Getränken angereichert. „Hinter den Kulissen“ war aber auch ein Lied des Männerchors, mit Schlagzeug, Klavier und Akkordeon volltönend und schwungvoll gesungen. Doch dann waren sich Chor und Klavier über den Schluss nicht einig, der Chor sang begeistert weiter, obwohl Werner Baumgartner quasi den Schlusspfiff gegeben hatte – kurzer Moment der Unsicherheit, dann Neuaufnahme und gleich nochmals voll Schwung eine Strophe durch Paris gesungen. Genau das macht den Charme so eines Konzertes aus. Nicht absolute, sterile Perfektion ist gefragt, sondern Freude und Begeisterung – die dann manchmal auch überborden kann.
Das ganze Konzert bestach durch abwechslungsreiche, interessante Gestaltung, einsatzfreudige Sängerinnen und Sänger, begleitende Musiker auf sehr hohem Niveau und ein Publikum, welches sich mitreissen liess und den Singenden volle Aufmerksamkeit schenkte. Nun kann der Frühling kommen, Europa ist gerüstet!
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