Engagement und Idealismus 10 Jahre feierte die Spielgruppe Bäumli in Niederhelfenschwil, für die Leiterinnen ist es immer eine schöne aber herausfordernde Arbeit.
13.07.2005, Vroni Krucker Seit zehn Jahren führen Sandra Dürig und Maria Eberle die Spielgruppe „Bäumli“ in Niederhelfenschwil. Was damals noch ein Stück Pionierarbeit war, hat sich zu einem beliebten Angebot entwickelt. Zwischenzeitlich hat sich Andrea Boppart mit ihrer Waldspielgruppe „Maulwurf“ angeschlossen.
Während längerer Zeit mussten Eltern der Gemeinde Niederhelfenschwil, die ihre Kinder in einer Spielgruppe integrieren wollten, ihren Sprössling nach Wil fahren. Vor etwa elf Jahren – als auch der neue Club junger Mütter und Väter gegründet wurde - entschloss sich Olinda Strotz, in Niederhelfenschwil eine Spielgruppe anzubieten. Allerdings zog sie schon kurze Zeit später ins Ausland.
Freude am Umgang mit Kindern Jetzt nahmen sich Sandra Dürig und Maria Eberle der Sache an. Sie gründeten die Spielgruppe „Bäumli“ und stiessen auf grosse Akzeptanz. In der Spielgruppe haben Kinder vom 3. Altersjahr an Gelegenheit, bei freiem und organisiertem Spiel in einer Gruppe von ca. 8 bis 10 gleichaltrigen Kindern ihre Persönlichkeit zu entfalten und soziales Verhalten zu üben. Die Spielgruppe ist selbsttragend und wird durch die Elternbeiträge (zehn Franken pro Morgen) finanziert.
Das ist allerdings nur möglich, weil die beiden Frauen aus idealistischen Gründen arbeiten und nicht auf Profit aus sind. Trotz der intensiven Vorbereitungen auf die Stunden bedeutet ihnen diese Aufgabe auch persönlich sehr viel. Sie sind ein ausgezeichnetes Team, wobei Maria Eberle stets ein bisschen die Mutter von allen ist, wie Sandra Dürig betont. Beide Frauen sind selbst Mütter und lieben den Umgang mit Kindern.
Gesunde Wertvorstellungen vermitteln Es ist für Sandra Dürig und Maria Eberle sehr interessant, die Entwicklung der Mädchen und Buben zu beobachten, ihre unterschiedlichen Charaktere kennen zu lernen oder über die verschiedenen Reaktionen zu staunen. Sie möchten den Kindern gesunde Wertvorstellungen mit auf den Lebensweg geben. Dabei ist das soziale Verhalten und die Beziehungspflege ein wichtiger Lernprozess.
Im Spiel können sich Kinder ausleben, sich selbstvergessen etwas hingeben. Sie lernen im Umgang mit den Gspänlis, sich anzupassen oder durchzusetzen, auf etwas zu beharren oder auch einmal zu verzichten – kurz sie üben Gemeinschaft. Leider ist die Kinderzahl im Moment etwas rückläufig.
Haltung der Leiterin Sandra Dürig hat in der Zwischenzeit die Ausbildung als Leiterin absolviert. In den Punkten zur Haltung der Leiterin heisst es unter anderem: „das Kind Raum und Zeit braucht, um seine Entwicklungsstufe ausleben zu können. Dabei soll es nicht gestossen werden, es braucht Momente von „Langeweile“, die sinnvoll und nötig ist, weil gerade aus leeren Momenten heraus, Neues entstehen kann. Die Leiterin soll sich hüten, dieses Loch sofort zu stopfen.
Das Kind lernt vor allem über seine Sinne, es soll „begriffen“ werden. Das Kind braucht Auseinandersetzungen und wird daran wachsen, wenn ihm die Konfliktlösungen nicht abgenommen werden. Wenn dem Kind vorschnell geholfen wird, macht man es nicht stark, sondern abhängig“. Die anspruchsvolle Stellung zeigt, wie gut die Leiterinnen informiert sein müssen über das Wesen der Kinder, die alle in unterschiedlichen Familien aufwachsen.
Vielfältige Angebote Eine riesige Palette von Beschäftigungsmöglichkeiten sowohl im Spielraum, der sich im Haus der Familie Dürig befindet, als auch im Freien wird der jungen quirligen Schar geboten – der Phantasie des Leiterteams sind keine Grenzen gesetzt, und dem Lernwillen der Kinder auch nicht. Kneten, malen, hämmern gärtnern, schmieren, schminken, experimentieren, kochen, schneiden, tanzen spielen usw. sind nur einige Angebote.
Dazu kommen Aufenthalte im Freien, ein Besuch auf dem Bauernhof bei der Familie Schwarzentruber, ein Spaziergang oder dann eben Aufenthalte mit der Waldspielgruppe. Die Frauen unternehmen alles, um der fröhlichen, wissbegierigen Schar zwei Stunden unbeschwerten aber lernreichen Beisammenseins zu ermöglichen.
Den sorgfältigen Umgang mit dem Messer üben.
Schön langsam schneiden, damit nichts passiert.
Die umsichte Betreung seitens der Leiterinnen.
Dazwischen ist auch mal Spielen angesagt.
Sandra Dürgi - rechts - und MAria Eberle verstehen sich bestens.