Fr, 17.11.2017
Jahrgang 18, Nr. 6531
© 1999-2017 by IWP
 ::WIL
 ::UZWIL
 ::FLAWIL / DEGERSHEIM
 ::OBER- / NIEDERBÜREN
 ::NIEDERHELFENSCHWIL
 ::ZUZWIL / BRONSCHHOFEN
 ::OBERUZWIL / JONSCHWIL
 ::REGION
 ::ÜBER IWP
 
 infowilplus.ch
Der Jonschwiler Korporationspräsident Rolf Gehring kam nicht mit leeren Händen zum Fest der Dorfkorporation Schwarzenbach.
Gemeindepräsident Stefan Frei brachte dem Dorfkorporationspräsidenten Eugen Meier Brot und Käse.

Der Wasserversorgung lachte der Himmel
Die Wasserversorgung Schwarzenbach 100 Jahre, die Dorfkorporation hat aber schon 128 Jahre hinter sich.

07.06.05, Christoph Okle
Am 29. Januar 1905 wurde im dritten Anlauf die Wasserversorgung Schwarzenbach beschlossen. Im Rahmen der Gwärb 05 wurde das 100-Jahr-Jubiläum gefeiert. Dazu hatten sich die Verantwortlichen viel Zeit genommen, die Dorfkorporation blickte nämlich bereits auf 28 Jahre zurück.

Das Wetter hielt, was die Prognosen versprochen hatten. Der Festakt zum 100-Jahr-Jubiläum der Wasserversorgung Schwarzenbach fand am Samstag Vormittag bei strömendem Regen statt. Aufgeregt haben sich die Verantwortlichen überhaupt nicht.

Ganz im Gegenteil: zum einen war der den Wasserleuten bewusst, dass alles Gute von oben kommen muss, damit die Reservoirs immer gut gefüllt sind, zum andern lieferte der flüssige Segen Anlass zu Bonmots für die Festredner – auch für die Bürgermeister des deutschen Schwarzenbachs an der Saale sowie dem von Schwarzenbach In Österreich.

So konnten sie die Schweizer Präzision loben – die der Wasserversorgung wie auch die der Festorganisatoren, die gar die anlassadäquate Witterung voll im Griff hatten. Für den Rest des Tages jedenfalls gab durstiges Festwetter den Ton an, und die Flüssigkeit trommelte nicht mehr auf die Schirme, sondern rann in den Festwirtschaften der Gewerbeausstellung durch die Kehlen der vielen Besucherinnen und Besucher.

Erst im dritten Anlauf
Die Dorfkorporation Schwarzenbach ist bereits 128 Jahre alt.. Am 9. April 1877 hatte der Gemeinderat Jonschwil deren Reglement geprüft, und am 15. Mai 1877 wurde es vom Kanton genehmigt. Doch bis es zu einer Trinkwasserversorgung kam, dauerte es noch mehr als ein Vierteljahrhundert. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Dorf Schwarzenbach, das weitgehend aus Landwirtschaftsbetrieben bestand, durch den Grundeigentümern gehörendes Brunnenwasser versorgt.

Meistens waren einige Bauernhöfe zusammen geschlossen.
So fiel es dem Verwaltungsrat der Dorfgenossenschaft nicht leicht, die Bürger für ein gemeinsames Bauwerk zu gewinnen. Ein erster Antrag wurde wohl schon an der Dorfgenossen-Versammlung vom 12. September 1899 gestellt, doch wurde dieser abgelehnt. Erst im dritten Anlauf gelang das Vorhaben.

60'000 Franken-Anleihe
An der ausserordentlichen Dorfgenossen-Versammlung vom 29. Januar 1905 im Schulhaus wurde der Antrag des Dorfverwaltungsrates gutgeheissen, eine Trinkwasserversorgung mit Hydrantenanlage zu bauen. Der Verwaltungsrat wurde beauftragt die ihm notwendig scheinenden Quellankäufe und -fassungen für die Wasserversorgung zu tätigen. Dazu wurde er ermächtigt, eine Anleihe von 60'000 aufzunehmen. Ausserdem wurde für die Bauzeit der Wasserversorgung der Verwaltungsrat von bisher drei Ratsmitglieder auf fünf erhöht.

Um die Versorgung der immer stärker wachsenden Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser zu sichern, musste die Dorfkorporation Schwarzenbach ihr Versorgungsnetz laufend ausbauen. So wurde 1944 das Pumpwerk Geissmatt in Betrieb genommen, das von der dortigen Quelle gespiesen wird. Im vergangenen Jahr hatte die Dorfkorporation Schwarzenbach die 60-jährigen Pumpen ersetzt.

Versorgung sichern
Um die Wasserversorgung auch in niederschlagsarmen Zeiten zu sichern, hatte sich die Wasserversorgung Schwarzenbach 1978 der Gruppenwasserversorgung Vogelsberg angeschlossen. Diesem Verbund gehören heute zehn lokale Wasserversorgungen an. Wie wichtig eine solche Absicherung ist, zeigte sich im Sommer 2003. Ohne diese Gruppenwasserversorgung hätte das Dorf Schwarzenbach auf dem Trockenen gesessen, weil die eigenen Quellen zu wenig Wasser erbrachten.

Im Jahre 1979 baute die Dorfkorporation das Reservoir Höchi aus. Dabei wurde das Stapelvolumen um 1000, auf 1250 Kubikmeter erweitert, was nach damaliger Erkenntnis für längere Zeit hätte reichen können. Doch in den letzten Jahren weiter angestiegene Bevölkerungszahlen Schwarzenbachs, veranlasste die Dorfkorporation bei, bei den Stimmbürgern den Baukredit für ein neues Reservoir einzuholen.

Am 22. März dieses Jahres fand der Spatenstich für das Reservoir „Frohe Aussicht“ statt. Gegen Ende Jahr wird das neue, gemeinsam mit Wasserkorporation Jonschwil erstellte Reservoir den Betrieb aufnehmen. Aus Anlass der 100-Jahr-Feierlichkeiten öffnete die Dorfkorporation die Türen des Reservoirs Höchi und der Pumpstation Geissmatt mit dem Quelleinlauf. In der Pumpstation erhielten die Festbesucher ein Glas Wasser frisch ab Quelle.


Arnold Schäli, ehemaliger Korporationspräsident, stellt die Festschrift vor.
Bürgermeister Johann Giefing war mit einer Delegation aus Schwarzenbach in Österreich angereist.
Bürgermeister Alexander Eberl überbrachte Glückwünsche aus der Stadt Schwarzenbach an der Saale.
Die Bürgermusik Jonschwil setzte den musikalischen Rahmen des Festaktes.
Leserbrief schreiben Diskussion Artikel versenden Artikel drucken
Ausgabe vom 17.11.2017 | © IWP 1999-2017 | Geschichte | Werbung | Logos | Impressum | Kontakt